Bridgestone-Nachbesprechung: Grand Prix von Spanien

Donnerstag, 9 Mai 2013

Reifen waren ein großes Thema in Jerez am vergangenen Wochenende. Die Mehrheit der MotoGP™-Fahrer war der Ansicht, dass die zur Verfügung gestandenen Vorderreifen zu weich für den Circuito de Jerez waren.

Masao Azuma, Chefingenieur Abteilung Reifenentwicklung bei Bridgestone Motorsport, sprach über Jerez sowie über die Entwicklung der Reifen für die Saison 2014.

Die Strecken-Temperaturen waren die bislang höchsten der letzten Jahre in Jerez, aber alle Fahrer entschieden sich für den weicheren Hinterreifen. Können Sie den Grund dafür erklären?

Strecken-Temperaturen im mittleren 50°C-Bereich im ersten Rennen der Saison in Europa, waren ungewöhnlich, aber die härteren Hinterreifen-Optionen, die wir dabei hatten, waren für eine solche Möglichkeit gedacht.

Bei derart hohen Temperaturen wurde erwartet, dass einige Fahrer für das Rennen den härteren Hinterreifen wählen würden, aber die rutschigen Streckenbedingungen führten dazu, dass sich die Fahrer für die weicheren Hinterreifen entschieden, um in den Kurven bestmöglichen Grip zu haben.

Einige Fahrer sagten, dass der Antriebs-Grip - der Grip, wenn der Fahrer die Maschine beim Beschleunigen aus der Kurve aus voller Schräglage aufrichtet - mit dem härteren Hinterreifen besser war, aber der Kantengrip - auf der flüssigen Strecke von Jerez wichtig - mit der weicheren Option besser war, sogar bei den sehr heißen Temperaturen. Renn-Simulationen in den Trainings zeigten, dass die Verschleiß-Rate der weicheren Hinterreifen für die Renndistanz ausreichend war und darum wählten alle Fahrer den weicheren Hinterreifen am Sonntag.

Die Tatsache, dass der breite Betriebstemperaturbereich und die Langlebigkeit unserer weicheren Gummimischungen über eine Renndistanz konstante Leistung brachte, ist positiv für uns. Wir hatten eine ähnliche Situation in Austin vor zwei Wochen. Damals wählten nur zwei Fahrer den härteren Hinterreifen für das Rennen, aber der Unterschied war, dass einer jener Fahrer das Rennen am Ende gewann! In diesem Fall konnten die Fahrer mit dem härteren Hinterreifen in einem ähnlichen Tempo fahren, während das in Jerez nicht möglich war. Wir glauben, dass dies an den Eigenschaften des Asphalts und der sehr hohen Temperaturen in Spanien lag.

Wir werden jetzt die Daten analysieren, die wir aus dem Rennen gewonnen haben, um zu sehen, ob wir irgendwelche Lehren für unsere zukünftige Reifen-Entwicklung und Rennen-Reifenauswahl ziehen können.

Die Vorderreifen-Wahl war auch gleichmäßig über das Starterfeld verteilt, aber in diesem Fall wählten die Fahrer die härtere Option - die Medium-Verbindung. Dies scheint im Widerspruch zu der Hinterreifen-Auswahl zu stehen.

Das Layout von Jerez erfordert ein hohes Maß an Kantengrip vom Hinterreifen, um eine gute Kurven-Geschwindigkeit zu halten, es erfordert auch ein hohes Maß an Stabilität vom Vorderreifen beim Bremsen und in den Kurven. Auch, wenn man bedenkt, dass die Strecken-Temperaturen zu Beginn des letztjährigen Rennens 30°C kühler als in diesem Jahr waren, müssen wir auch die Aufwärmleistung beachten, daher waren unsere Slick-Verbindungen der Vorderreifen für Jerez Soft-und Medium.

Die hohen Strecken-Temperaturen, die wir an diesem Wochenende erlebten, bedeuteten, dass die Aufwärmleistung kein so wichtiger Faktor war und somit die Wahl der Fahrer zur härteren Vorderreifen-Option tendierte, um die meiste Frontend-Stabilität zu erhalten. Auch wenn die Streckenbedingungen schwierig waren, gibt es zwischen unseren beiden Vorderreifen-Optionen in Jerez keinen großen Unterschied beim Grip-Niveau, daher entschieden sich die Fahrer für die Option, die ihnen eine bessere Stabilität beim Bremsen und vor allem in den Kurven bot.

Einige Fahrer meinten, dass sie in Jerez in diesem Jahr gern einen härteren Vorderreifen gehabt hätten, aber in Anbetracht der außergewöhnlich heißen Temperaturen im Vergleich zu früheren Jahren, glaube ich, dass das Gleichgewicht unserer Auswahl richtig war.

Die bisher stattgefundenen drei Saison-Rennen wartete mit deutlich unterschiedlichen Strecken- und Wetterbedingungen auf. Haben Sie etwas Neues über die Leistung der 2013er-MotoGP-Maschinen gelernt, das zu einer Veränderung künftiger Reifen-Designs beitragen könnte?

Wir sind ständig am Sammeln und Analysieren von Reifen-Daten, Telemetrie und Fahrer-Rückmeldungen als Teil unseres MotoGP-Reifen-Entwicklungsprogramms.

Wie wir wissen, hat sich das Gewicht der Maschinen in diesem Jahr um drei Kilogramm erhöht, von daher untersuchen wir, welchen Einfluss diese Veränderung - und die Tatsache, dass die Teams jetzt ein Jahr zur Verfügung hatten, um ihre Chassis, Elektronik und Leistungsentfaltung zu entwickeln und mit unserer neuesten Generation von MotoGP-Reifen abzustimmen - auf die Reifen-Performance hatte und werden diese Lektionen zur Entwicklung unserer nächsten Generation Reifen verwenden.

Nach den Vorsaison-Tests und nach drei Rennen haben wir jetzt eine erhebliche Menge an Daten, mit denen wir beginnen werden, die Reifen für das Jahr 2014 zu entwickeln. Diese Reifen werden wir den Fahrern dann im Laufe des Jahres für eine Auswertung vorstellen.

Pressemitteilung mit freundlicher Genehmigung von Bridgestone MotoGP

 

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