Josh Herrin: Amerikas nächste große Hoffnung?

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Freitag, 18 Oktober 2013

Josh Herrin wird 2014 Geschichte schreiben, denn der 23-Jährige wird erst der zweite amerikanische Vollzeit-Fahrer in der Moto2™ sein. Der frisch gekrönte AMA Superbike-Weltmeister wird nach Europa ziehen, nachdem er einen Vertrag beim Caterham Moto Racing Team unterschrieben hat. Das Team von Tony Fernandes wird zum ersten Mal den Schritt in den Motorrad-Rennsport wagen.

Während Caterham sich auf das Zwei-Rad-Abenteuer einlässt, erwartet Herrin seine ganz eigene Herausforderung. Ursprünglich aus Glendale, Kalifornien, aber derzeit wohnhaft in Georgia, wird er nach Europa ziehen, in der Hoffnung, eines Tages seinen Traum wahr werden zu lassen,  MotoGP™-Weltmeister zu werden. Nach der Bekanntgabe seines Caterham-Deals, sprach Herrin mit motogp.com.

Zunächst herzlichen Glückwunsch! Du bist AMA Superbike-Meister - wie fühlt sich das an?

Ich habe seit ein paar Jahren versucht, die Meisterschaft in der AMA zu gewinnen, aber ich hatte einige Male wirklich Pech. Wir hatten es in der Tasche dreimal so ziemlich in der Tasche und dann passierte irgendetwas am Ende des Jahres. Es also endlich geschafft zu haben, war ein tolles Gefühl für uns. Allerdings hatte ich innerhalb 30 Minuten nach dem Titelgewinn den Moto2™-Vertrag unterzeichnet, so war es fast, als ob die Meisterschaft nicht mehr so wichtig für mich war. Das war irgendwie seltsam, aber in der Lage zu sein, die Rennen im MotoGP™-Kalender zu fahren, ist etwas, was ich schon tun wollte, seit ich ein kleines Kind war. Darum ist es viel wichtiger als mein WM-Sieg [lacht]!

Denkst du, dass der Gewinn des AMA Superbike-Titels für die Unterzeichnung bei Caterham für deine erste Moto2™-Saison mitentscheidend war?

Es kann sein. Wir hatten vorher eine Zusammenarbeit mit ihnen gesprochen. Jedoch ist es einfach so passiert, dass das Timing perfekt war, dass ich am Sonntag den Titel gewann und wir den Deal mit Caterham abgeschlossen haben. Ich denke, wenn ich ein Team-Besitzer wäre, würde ich denken, dass ein Fahrer, der eine Meisterschaft gewinnen kann, mehr wert ist. Die Leute erinnern sich nicht so an Rennen wie an Meisterschaften. Wenn ein Fahrer konstant genug ist, um eine Meisterschaft zu gewinnen, kann er es wieder tun.

Wann hast du von dem Caterham Moto2™-Projekt erfahren und wann haben sie zum ersten Mal Kontakt zu dir aufgenommen?

Bob (Moore, persönlicher Manager) war das ganze Jahr drüben, um zu versuchen, einen Moto2™-Deal für uns zu bekommen. Sobald er im August von Caterham erfuhr, hat er mir davon erzählt. Von da an verschärfte sich alles ziemlich schnell und wir waren in der Lage, einige Dinge zu vereinbaren. Es ging alles viel schneller, als ich dachte, aber ich war wirklich glücklich darüber und natürlich hatte ich mich vorher informiert. Ich dachte mir, dass, wenn jemand ein gutes Formel 1-Team betreiben kann, dann könnte derjenige auch in der Moto2™ gut sein - vor allem, weil es von Kostenseiten her, weniger anspruchsvoll als ein Formel 1-Team sein wird.

Caterhams Teilnahme ist beispiellos für die Moto2™, denn sie kommen als ein vollwertiges F1-Team aus England in die Kategorie...

Ja, es ist aufregend. Zuerst dachte ich, dass es vielleicht riskant sei, weil man nicht weiß, wie sie sich schlagen können, aber wenn sie ein Formel-1-Team führen können, können sie auch ein Moto2™-Team führen; sie haben eine Motor-Spezifikation, das Chassis ist schon da und alles, was sie tun müssen, ist ein tolles Team zusammenzustellen. Wir hatten bereits eine Telefonkonferenz mit ein paar von den Jungs aus dem Team, und das gab mir wirklich ein gutes Gefühl. Sie haben mich sofort in 'der Familie', wie sie es nannten, willkommen geheißen.

Es gibt so viele schnelle Moto2™-Fahrer, die für Caterham hätten interessant sein können. Es muss ein besonderes Gefühl gewesen sein, als sie dich angesprochen haben...

Ja, es fühlte sich gut an. Die vergangenen Jahre, in denen ich 1000-ccm-Bikes gefahren bin, denke ich wirklich, dass sich mein Fahrstil für die GP-Strecken verbessert hat. In Amerika haben wir in der Regel Strecken, die viel enger sind, aber immer wenn wir auf eine Strecke wie Miller (Miller Motorsports Park, Utah) kommen, die ein wenig breiter ist und mehr dem europäischen Stil entspricht, war ich immer ganz gut. Ich hatte schon immer einen sehr aggressiven Fahrstil und ich spüre, dass das gut in die Weltmeisterschaft passen könnte. Mein Fahrstil ist noch so wie zu der Zeit, als ich 600er-Maschinen gefahren bin. Das haben wir Caterham erklärt und ich denke, dass das einer der Gründe ist, die vielleicht dazu führten, dass die Wahl auf mich fiel. Hoffentlich ist meine Erfahrung mit der 600er etwas, was ich ihnen zurückgeben kann. Ich glaube, ich habe wahrscheinlich auf der Strecke mehr Zeit mit einer 600er verbracht, als viele von den Jungs in der Moto2™. Das verschafft mir hoffentlich eine aussichtsreiche Position.

Wie hast du die Weltmeisterschaft in diesem Jahr mitverfolgt?

Ich schaue mehr die Moto2™-Rennen, da es das ist, was ich tun möchte und werde! Dann schaue ich in der Regel die Highlights der MotoGP™-Rennen. Ich bin ein großer Fan und schaue alle von ihnen, aber mit der Zeitverschiebung in Amerika und in Anbetracht, wie beschäftigt wir sind, kann ich sie nicht immer live sehen. Aber ich versuche, immer die Geschehnisse der Moto2™ zu verfolgen - es ist super-enger Rennsport. Unsere 600er-Klasse in der AMA ist auch eng zwischen den besten sechs oder sieben Jungs, aber in der Moto2™ geht es etwa bis auf den 20. Platz zurück und weit bis in die zweite Hälfte des Rennens - das wird ziemlich verrückt!

Nicky Hayden war in den letzten Jahren weniger erfolgreich und Colin Edwards befindet sich nun in der letzten Phase seiner Karriere. Wie fühlt es sich an, als aufstrebender amerikanischer Fahrer in die WM zu kommen?

Das ist eine gute Sache. Hoffentlich wird Nicky nächstes Jahr ein besseres Bike haben, mit dem er gute Ergebnisse erreichen kann. Das wäre auf jeden Fall gut für ihn. Kein Amerikaner ist jemals eine komplette Saison in der Moto2™ gefahren, ich denke, das ist ziemlich cool. Ich werde der erste sein und hoffentlich werden wir einen guten Eindruck machen und Türen für einige weitere Amerikaner öffnen. Denn in den letzten paar Jahren herrschte ziemliche Trockenzeit für uns - ich würde das gern wieder zum Leben erwecken.

Hast du einen eigenen Helden in der MotoGP™-Welt?

Als ich klein war, startete Nicky gerade erst in der WM, er war also derjenige, den ich immer beobachtet habe. Aber mein Vater war immer ein Fan von Schwarz und Rainey und so weiter. Ich habe noch ein Poster von Wayne Rainey in meinem Büro hängen und er ist ein Freund von mir. Ich besuche ihn jedes Mal, wenn wir in Laguna Seca Rennen fahren. Aber Nicky war schon immer einer meiner Helden im Rennsport.

Wirst du vor Ende der Saison ein MotoGP™-Rennen besuchen?

Ich werde in Valencia sein, das ist sicher. Es ist ziemlich bizarr, weil Valencia die erste Strecke war, auf der ich die GP-Bikes testen sah, als die Viertakter zu Beginn der MotoGP™-Ära eingeführt wurden. Ich war für ein Mini-Bike-Rennen dort! Wir hatten dort am Tag nach dem MotoGP™-Test ein Rennen, was ziemlich cool war. Dieses Jahr werde ich da sein, um zuzuschauen!

Ist es zu dafür, Fragen über deine Ziele für die nächste Saison zu stellen?

Ich denke, es ist noch zu früh zu fragen! Allein deswegen, weil ich niemanden verärgern will, indem ich sage: ich werde rausgehen und wirklich gut sein; momentan weiß ich das natürlich noch nicht sicher. Wie alle Rennfahrer, will ich einfach nur auf die Strecke gehen und gewinnen. Am Anfang sind es viele Dinge, die auf mich zukommen: der Umzug nach Europa, neue Strecken, neues Motorrad, alles neu. Ich habe immer hohe Erwartungen in mich selbst. Ich denke, der Schlüssel ist, immer mehr von sich selbst zu erwarten, als alle anderen. Ich werde jedes Rennen mit der Hoffnung angehen, dass ich gewinnen werde und denken, dass ich es kann. Das hoffe ich, tun zu können, aber wir werden sehen, wie die Realität aussieht.

 

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