Rossi beschreibt Vorteile der 'seamless'-Übertragung

Rossi outlines potential benefits of seamless transmission
Freitag, 16 August 2013

Eines der wichtigsten Gesprächsthemen am Donnerstag vor dem Red Bull Indianapolis Grand Prix war der Test von Yamaha Factory Racing mit dem sogenannten 'seamless'-Schaltgetriebe - eine Technologie, die Hauptkonkurrent Honda seit 2011 mit großer Wirkung einsetzt.

Nachdem Honda das 'seamless'-Getriebe seit einiger Zeit als 'Geheimwaffe' verwendet, hat nun auch Yamaha eine eigene Version entwickelt.  Der erste offizielle Test konnte in Brünn absolviert werden - jetzt stellt sich die große Frage, ab wann die neue Technologie zum Einsatz kommt. Das wird leider nicht beim Indianapolis Grand Prix sein - wie Fahrer und Team bestätigten.

Yamaha-Pilot Valentino Rossi betonte bei der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Rennwochenende, dass er sich eine Einführung der 'seamless'-Übertragung so bald wie möglich wünscht. Er sagte: „Wir haben das neue Getriebe in Brünn getestet und das Gefühl war sehr, sehr gut. Es gefällt uns richtig gut. Aber, wissen Sie, es gibt eine Menge Arbeit zu tun. Ich denke, es ist immer noch nicht bereit. Ich weiß nicht, wann es möglich sein wird, es zu benutzen. Ich hoffe, so bald wie möglich.”

Dies erhöht natürliche die Frage, welche Verbesserung eine solche Technologie bringen würde, und was seine Grundprinzipien sind. Bei einem normalen Getriebe müsste ein Gang gelöst werden, um den nächsten schalten zu können, das führt zu einem kurzen Leerlauf, während dessen keine Dynamik auf die Räder übertragen wird. Dies bedeutet, dass die Beschleunigung vorübergehend unterbrochen wird und die Motorbremse sehr kurz verzögert wird.

Die sogenannte 'seamless' (nahtlos) Technologie, dessen Aufbau einem regulären Getriebe nicht allzu unähnlich ist, schaltet, ohne die Leistung des Motors zu unterbrechen. Die Technologie ist äußerst komplex, aber diese Millisekunden, die es einspart, scheinen der Aufwand wert zu sein. Rossi sprach über die Bereiche, die solch ein Getriebe verbessern könnte.

„Für mich hat sich in einer Runde nicht viel geändert... ich meine an der Rundenzeit. Viele Leute sprechen über zwei Zehntel pro Runde - ich denke, es sind weniger als zwei Zehntel. Die große Verbesserung, meiner Meinung nach, kommt ab 20 oder 30 Runden, weil das Motorrad viel leichter zu fahren wird, es wird stabiler beim Beschleunigen, aber auch stabiler beim Bremsen, und beim nächsten Bremsvorgang.”

Er betonte die Tatsache, dass ein schnelleres Umschalten über die Renndistanz Zeit spart und vor allem das Gefühl auf dem Motorrad verbessert. Das Einlegen eines Ganges mit einem regulären Getriebe ist etwas, was nicht nur die Zuschauer hören können, sondern auch der Fahrer durch das gesamte Motorrad spürt. Wenn man diese Bewegung des Bikes, egal wie minimal sie ist, eliminiert, fühlt sich das ganze Paket in allen Bereichen der Strecke stabiler an. Ein Punkt, auf den der Italiener insbesondere hinwies, war, dass „... man kann die Gänge mehr als zuvor für das Fahren des Motorrades einsetzen. Ich meine, wenn man in einen anderen Gang schalten möchte, kann man das auch bei voller Schräglage tun!”

Rossi wies ebenfalls darauf hin, dass dieser geschmeidige Prozess einen Domino-Effekt auf den Reifenverschleiß und das Gefühl des Fahrers hat: „Ich glaube, es ist besser für die Reifen, sie werden weniger beansprucht. Es ist auch sehr gut für den Fahrer, weil er das Bike leichter an sein Limit bringen kann und weniger Fehler passieren. Also meiner Meinung nach ist es ein sehr wichtiger Faktor für die Renndistanz - mehr, als nur für eine Runde.”

In Indianapolis wird die neue Technologie noch nicht zum Einsatz kommen. Wann es genau passieren wird, lässt Yamaha kaum durchblicken. Bevor das Getriebe in ihrer M1 verwendet wird, muss die Technologie laut Yamaha perfekt funktionieren. Doch mit Honda an der WM-Spitze, wird die 'seamless'-Übertragung zweifellos eine sehr willkommene Ergänzung in ihrem Arsenal sein.

 

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