Debriefing des deutschen MotoGP™ GP mit Shinji Aoki von Bridgestone

Freitag, 18 Juli 2014

Nach dem eni Motorrad Grand Prix Deutschland am letzten Wochenende, reflektiert Bridgestone das neunte Rennen.

Beim Besuch des Sachsennrings sah man Marc Marquez wie er seinen neunten Sieg in Folge holte und damit in der ersten Hälfte der MotoGP™ Saison einen sauberen Durchmarsch machte.

Für Repsol Honda war es aber auch mit Dani Pedrosa, der den zweiten Platz auf dem Podium belegte, ein erfolgreiches Wochenende, während Jorge Lorenzo ebenfalls mit den trickreichen Bedingungen zurecht kam und Dritter wurde.

Ein kräftiger Regenschauer vor dem Start des Deutschen Grand Prix resultierte darin, dass als das Rennen begann, die Strecke zum größten Teil trocken war aber es im letzten Teil der Strecke noch feuchte Flecken hatte. Bei diesen anspruchsvollen Bedingungen blieben neun Fahrer mit Slicks auf der Startaufstellung und die restlichen vierzehn Fahrer starteten mit Slicks aus der Boxengasse, nachdem sie in der WarmUp Runde ihr Motorrad gewechselt hatten.

Fragen und Antworten mit Shinji Aoki – Manager, Bridgestone Motorcycle Tyre Development Department

Der Sachsenring ist dafür bekannt, dass er eine Strecke für die Fahrer und auch die Reifen ist. Was macht die Strecke für die Reifen so anspruchsvoll und wie nimmt diese Strecke Einfluss auf die Entwicklung der Reifen ?

„Es sind viele Faktoren die den Sachsenring zu einer der schwierigsten MotoGP Strecken in Bezug auf die Reifenentwicklung machen. Als Erstes ist der Asphalt sehr grob, und dann sind hier einige lange Kurven in denen die Fahrer lange, in großer Schräglage, mit hohen Reifentemperaturen auf der linken Schulter des Hinterreifens unterwegs sind.“

„Dazu gibt es nur drei Rechtskurven im Gegensatz zu zehn Linkskurven und deshalb müssen wir einen Reifen verwenden der auf der linken Schulter extreme Temperaturen aushält, während wir auf der rechten Seite genau das gegenteilige Problem haben, dass er dort seine Temperatur sehr schnell aufbauen sollte. Die Höhenunterschiede bedeuten auch, dass die Vorderreifen auf der Bremse sehr stabil sein sollten. Dies sind all die Faktoren die beachtet werden sollten, wenn man für den deutschen Grand Prix einen Reifen entwickelt.“

„Wenn ich mir die Ergebnisse des Rennwochenendes anschaue freut es mich, dass wir in der Lage waren einen Reifen zur Verfügung zu stellen der für die Fahrer sicher, aber auch leistungsfähig und haltbar war. Das Rennen verlief unter gemischten Wetterbedingungen, mit nassen Flecken und einer abtrocknenden Strecke. Dabei hatten wir im Rennen nur einen einzigen Sturz, während Marc Marquez dazu am Samstag im Qualifying noch einen außerordentlichen Rundenrekord aufstellte.“

Beim vorhergehenden Rennen in Assen starteten wir auch mit gemischten Bedingungen, aber diesmal starteten alle Fahrer auf Slicks, obwohl noch Teile der Strecke komplett nass waren, war das eine überraschende Entscheidung ?

„Der Asphalt auf dem Sachsenring und in Assen ist komplett verschieden und verfügt auch nicht über den selben Grip. Ich glaube, dass mit der Erfahrung der Fahrer in diesen Mischbedingungen auf Slicks in Assen auch gut funktioniert hätten, denn man kommt auch auf den feuchten Stellen mit den Slicks gut zurecht. Der größte Teil der Strecke war trocken daher konnten die Fahrer Druck machen und bekamen die Reifen auch auf eine Temperatur die sicherstellte, dass sie auch auf den nassen Flecken genug Sicherheit bietet. Die Tatsache, dass die Fahrer letzten Sonntag die Mischbedingungen gut kalkulieren konnten zeigt, dass wir uns in der Entwicklung der Aufwärmphase und dem Gefühl zu den Slicks verbessert haben.“

In der Qualifikation am Samstag fuhr Marc Marquez eine neue schnellste Runde und schlug damit den bisher existierenden Rekord, der auf Qualifyern gefahren wurde. Kannst Du die grundsätzlichen Unterschiede zwischen den damaligen Qualifyern und den normalen Bridgestone Rennreifen, welche heute in der MotoGP verwendet werden, erklären ?

„Der alte Qualifyingrekord auf dem Sachsenring wurde von Casey Stoner 2008 auf Bridgestone Qualifyer Reifen gefahren, als er für Ducati fuhr. Die Konstruktionen und die Mischungen die bei einem Qualifyer verwendet werden sind so gestaltet, dass der Fahrer für eine sehr kurze Zeit über einen extrem hohen Grip verfügt. Die Haltbarkeit ist daher nicht so gut. Diese Reifen wurden verwendet als es noch den Wettbewerb zwischen verschiedenen Reifenherstellern gab um sicherzustellen, dass der eigene Fahrer die beste Position auf der Startaufstellung erreichen kann.“

„Es ist ein exzellenter Indikator dafür, wie wichtig die Reifen für die gesamte Performance eines Motorrades sind, dass wir Rundenrekorde brechen die vor sechs Jahren auf Qualifyern erzielt wurden; das zeigt wie sich die Motorräder in den letzten sechs Jahren weiterentwickelt haben. Ich freue mich jedes mal wenn so ein Rekord gebrochen wird, speziell wenn es eine Strecke ist für die wir extra einen speziellen Reifen hergestellt haben, der eine Distanz von dreißig Runden halten muss und wir einen Reifen schlagen der für zwei Runden entwickelt wurde, das ist für uns sehr gut. Marquez fuhr den Rundenrekord auf der selben Reifenkombination die er auch im Rennen verwendet hatte und was die Vielseitigkeit unserer aktuellen MotoGP Reifen beweist.“

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