Guareschi - Wie ein ‚Vater’ zu Fenati und Bagnaia

Dienstag, 1 April 2014

Vittoriano Guareschi sprach unlängst nach dem Moto3™ Rennen in Katar mit motogp.com - das erste Rennen bei dem er im SKY Racing Team by VR 46, dem Team von Valentino Rossi, seine neue Rolle übernahm.

Als ehemaliger Fahrer als auch als Teammanager bei Ducati, überblickt der 42-jährige Guareschi das Projekt von Valentino Rossi. Mit großer Unterstützung aus der Heimat Italien sowie den vielversprechenden Fahrern Romano Fenati und Francesco ‚Pecco’ Bagnaia, schaut Guareschi zurück auf den Saisonauftakt in Losail.

Es hat in den Trainings gut ausgesehen, als Romano Fenati in allen drei Sessions Erster war, aber es drehte sich im Qualifying auf die falsche Seite...

Bedauerlicherweise hatte Romano massives Chattering, was in den anderen Sessions überhaupt nicht auftrat. Wir versuchten sofort das Problem zu lösen. Es stellte sich dann heraus, dass der Stoßdämpfer gebrochen war, dass konnte natürlich nicht funktionieren wie in den zwei Nächten zuvor. Romano konnte nur etwas fahren, womit er sich  wundersamer Weise trotzdem auf dem achten Startplatz qualifizieren konnte. Als er die Boxengasse herunter kam, merkten wir sofort, dass etwas passiert war. Wir sortierten es für das Warm Up aus, aber das Motorrad gab keine so gute Rückmeldung wie es dies schon seit Beginn des Wochenendes tat.

Die Ergebnisse im Rennen spiegelten nicht die Pace wieder, die ihr über das Wochenende hattet; Bagnaia als 10. und Fenati auf 12.

Mit Romano hatten wir im gedacht, dass wir in der Lage sind um das Podium fahren zu können und dass er vom Start weg sehr stark sein kann. Am Ende war es so, dass das Motorrad nicht in der Lage war den Rhythmus  zu gehen wie vor dem Problem mit dem gebrochenen Federbein – es fraß den Reifen auf. Letztendlich absolvierte er die letzten fünf Runden des Rennens mit einem Reifen der praktisch keinen Gummi mehr drauf hatte, was der Grund war, dass er nach hinten durchgereicht wurde. In der dritten Runde hatte er noch die schnellste Runde des Rennens gefahren, aber das war mehr durch sein Talent, denn Alles in Allem erlaubte ihm das Motorrad nicht mitzukämpfen.

Auf der anderen Seite, zeigte ‚Pecco’ zu was er in der Lage ist. Letztes Jahr hatte er mit einigen frustrierenden Rennen zu kämpfen und er brachte es nicht hin, dass er ein komfortables Motorrad hatte. Ich denke, in Katar hat er realisiert, dass er sich wirklich in einer Position befand in der er von sich aus die Gruppe vor sich erreichen konnte. Er hielt die Geschwindigkeit hoch und er fand sich wieder im Kampf mit Antonelli und McPhee, die miteinander kämpften. Letztendlich sind wir mit dem Rennen zufrieden; er beendete es nur acht Sekunden hinter dem Sieger und holte seine ersten WM-Punkte. Es war ein guter Start!

Die Geschwindigkeit die deine Fahrer an den Tag legen zeigt, dass sie beide an der Spitze des Feldes fahren können. Was sind deine realistischen Ziele für den Moment ?

Katar erlaubte uns Erfahrung und Grundlegende Informationen zu sammeln, nicht zuletzt mit einem brandneuen Paket – wie unser Motorrad eines ist. Jetzt sind wir über unsere Schwächen im Klaren und wir müssen entsprechend vorsichtig sein. Wirklich realistisch ? Wir möchten versuchen so oft wie möglich diese Saison auf das Podium zu kommen und dann versuchen nächstes Jahr um den Titel zu kämpfen. 2014 müssen wir den Preis unserer fehlenden  Erfahrung in dieser Klasse bezahlen, aber wir müssen wach belieben um uns von Zeit zu Zeit unter die Protagonisten zu mischen.

Was können wir vom zweiten Rennen in Austin, Texas erwarten ?

Ich hoffe, dass wir ein positives Wochenende haben werden. Ich habe keine Ahnung wo wir uns platzieren, aber ich glaube dass wir um gute Positionen kämpfen können. Hoffentlich bleiben wir diesmal von größeren Problemen verschont, obwohl man weiß im Rennsport nie...!

Nach Ducati in der Königsklasse ist dies deine zweite Erfahrung als Teamchef; was ist der größte Unterschied der dir bisher aufgefallen ist ?

Da ist ein großer Unterschied. Hier ist meine Aufgabe viel breiter gefächert. In einer größeren Umgebung wie Ducati arbeitet jeder Mitarbeiter in seinem speziellen Bereich, aber hier ist mein Job... gut, ein wenig von Allem ! Das ist wirklich ein großes Abenteuer für mich. Ende Oktober letzten Jahres gab es dieses Team noch nicht – wir hatten nicht mal einen Schraubenzieher! Wir mussten über den Winter sehr, sehr hart arbeiten. So ist das für mich eine ganz neue Herausforderung.

Und die Beziehung zu den Fahrern ist bestimmt auch ein wenig anders...

Sicher, das ist sie. Diese Jungs (Fenati und Bagnaia) sind bis jetzt als Fahrer noch nicht gewachsen. Zurückdenkend zu Ducati, auf der anderen Seite, arbeitete ich mit Top Fahrern in diesem Sport, die genau wussten wie es geht und exakt wussten was sie wollten. Hier in der Moto3™ ist es ein wenig die Rolle als die eines Vaters !

Wie ist die Rolle von Valentino Rossi ? In Katar sahen wir, dass er immer auf das Team achtete. Welchen Einfluss hat er im Moment ?

Valentino lässt uns eine Menge Freiheit um in unserem eigenen Bereich zu arbeiten, aber er ist immer neugierig und er möchte immer wissen was Sache ist und wie es läuft. Er kümmert sich sehr um die Dinge ! Man darf nicht vergessen, dass dieses Projekt aus seiner Firma VR46 und SKY Italia geboren wurde und er sehr um die Karrieren der jungen und heranwachsenden Fahrer bemüht ist, um sie eines Tages zu den kommenden Weltmeistern zu machen. Das ist das was wir alle wollen.

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