Leon Camier: Interview zum MotoGP™-Debüt

Dienstag, 5 August 2014

Dieses Wochenende wird Leon Camier der fünfte Brite in der Startaufstellung der MotoGP™-Klasse sein. Er gibt in Indianapolis sein Debüt in der Königsklasse und ersetzt den verletzten Weltmeister von 2006, Nicky Hayden, im Drive M7 Aspar Team.

Nicky Hayden hat sich in der Sommerpause einer Operation unterzogen, um seine Probleme mit dem rechten Handgelenk in den Griff zu bekommen. Leon Camier wird daher als Teamkollege von Hiroshi Aoyama auf die Honda RCV1000R steigen und den US-Amerikaner mindestens in Indianapolis und der Tschechischen Republik vertreten. Camier, der am Montag seinen 28. Geburtstag feierte, wird daher zum Auftakt der zweiten Saisonhalbzeit in der MotoGP debütieren. Dies war ursprünglich bereits für Katar angedacht, doch dem IodaRacing Project sprang kurzfristig ein Sponsor ab.

Leon, du stehst kurz vor deinem MotoGP™-Debüt in Indianapolis. Wie geht es dir damit?
Das ist echt alles sehr spannend! Das wichtigste wird sein, einfach zu lernen. Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Erwartungen gibt, es geht nur ums lernen. Ich springe mehr oder weniger ins kalte Wasser: Team, Motorrad, Reifen und Bremsen sind alle neu für mich, auch kenne ich die Strecke nicht. Das ist eine ziemliche Herausforderung, um ehrlich zu sein!

Wie hat sich das mit dem Sattel bei Aspar ergeben?
Nachdem ich den Platz bei Ioda verloren hatte, bin ich für BMW in der Superbike WM gefahren, da sich Sylvain Barrier verletzt hatte. Ich fuhr ein paar Rennen und die waren ziemlich gut. Als das zu Ende war, hat mich Aspar angerufen und gefragt, wie es bei mir aussieht, denn sie wussten, dass Nicky ein Problem mit dem Handgelenk hat. Ich stand mehr oder minder auf Abruf, wenn Nicky nicht fahren konnte. Er entschied sich dann zu seiner Operation und ich wurde gerufen.

Gibt es für dieses Wochenende irgendwelche Ziele?
Im Moment habe ich keine. Ich muss es einfach nehmen, wie es kommt, denn es ist alles neu. Ich weiß im Moment überhaupt nicht, wie die Situation ist. Ich werde einfach alles geben, bis wir ins Qualifying kommen, dann Warmup und so weiter. Ich bin mir sicher, dass wir besser werden werden. Viele Fahrer sind aus der Superbike gekommen und haben fast das ganze Jahr zum Lernen gebraucht. Da ich nur für zwei Rennen einspringe, muss die Lernkurve ziemlich steil werden! [lacht]“

Auch wenn für dich die größten Teile dieser Challenge neu sein werden, gibt es doch Bekannte: Mit Frankie Carchedi hast du schon gearbeitet...
Ja, absolut. Es gibt einige Techniker im Team und Frankie ist einer von den Jungs, die sich um Chassis und Elektronik kümmern. Er weiß, was ich normalerweise von einem Motorrad will und ich glaube, dass das einen kleinen Unterschied machen kann. Ich muss mich einfach draufsetzen und es probieren. Das ist der erste Schritt. Sobald ich es versuche, werde ich wissen, wo ich überhaupt stehe. Sicher, mir ist die Herausforderung vor mir bewusst, aber gleichzeitig bin ich auch nur ein paar Rennen da bis Nicky wieder bereit ist, wannimmer das sein wird. Ich muss nichts besonderes reißen, ich muss nur lernen – das ist das wichtigste.

Wenn Nicky Hayden nach Brünn noch nicht wieder fit sein sollte, könntest du beim British Grand Prix in Silverstone noch fahren...
Um ehrlich zu sein, wäre das ein Traum. Ich möchte Nicky nichts schlechtes wünschen, denn ich weiß genau, wie es sich in seiner Position anfühlt, das ist kein schönes Gefühl, wenn jemand kommt und dein Motorrad fährt – auch wenn das nur vorrübergehend ist. Ich weiß, dass das ganze Fahrerlager Nicky als eine MotoGP Legende sieht. Ich würde ihm nie etwas schlechtes gönnen. Aber natürlich würde ich auch gern meinen Heim Grand Prix fahren.

Meinst du, dass dein Aspar-Einsatz Einfluss darauf haben könnte, was nächstes Jahr passiert?
Ich bin mir sicher, wenn ich aufsteige und anfange Marquez zu schlagen, dann habe ich eine Chance auf einen Platz in der MotoGP im kommenden Jahr [lacht]! Real betrachtet weiß man es nie. Wenn es gut läuft, könnte vielleicht etwas passieren, aber ich erwarte keine Wunder.

Ist es noch zu früh, um über nächstes Jahr zu sprechen?
Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht an der MotoGP interessiert, solange es nicht irgendetwas konkurrenzfähiges ist. Das ist das gleiche mit der Superbike WM. Wenn du da ein Motorrad hast und das Drumherum nicht richtig passt, dann bist du einfach hinten unterwegs – so einfach ist das. Der Weg, den die Superbike-Regeln einschlagen, erlaubt es mehr Motorrädern, schnell zu sein. So wie ich das verstehe, geht es in der MotoGP in die gleiche Richtung, es wird versucht, die Spitze und das Mittelfeld weiter zusammenzubringen. Im Moment sind meine Optionen offen. Ich warte einfach mal ab, was passiert. Ich weiß, dass die Gespräche in der Superbike WM in den nächsten ein, zwei Monaten los gehen, ich werde mal abwarten, was da passiert und dann weiter schauen.

Sprichst du mit irgendwelchen MotoGP™-Teams über 2015?
Es gab ein paar Gespräche, aber im Moment müssen wir noch abwarten. Es ist noch sehr früh und im Moment ist alles offen.

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