Lorenzo: „Hoffe, als Fahrer einen letzten großen Schritt nach vorn zu machen"

Mittwoch, 30 April 2014

In einem tiefgründigen Interview in der „ICON“-Beilage der spanischen El País, welche letzte Woche erschienen ist, hat Jorge Lorenzo einen Einblick in seine Philosophie als Fahrer gegeben und darüber gesprochen, wie er abseits der Piste wirklich ist.

Der MotoGP™-Weltmeister von 2010 und 2012 erreicht dieses Wochenende einen ganz besonderen Meilenstein: Er wird am Sonntag seinen 200. Grand Prix bestreiten - und das an seinem 27. Geburtstag.

Damit wird Lorenzo zum jüngsten Fahrer der Geschichte, der zwei Jahrhunderte an Weltmeisterschafts-Rennen gefahren ist. Im Interview mit ICON sprach er über seinen Weg, den er als Fahrer gemacht hat, und über viele weitere Themen.

Nach 199 Rennen in drei Grand Prix Klassen weiß Lorenzo ganz klar, was seine größte Leistung war, ein Rennen, in der Klasse bis 250ccm. „Phillip Island 2007“, sagt er. „Ich fühlte mich an dem Tag, als sei ich der Perfektion nahe. Nun, vielleicht nicht Perfektion, denn die ist unmöglich, aber ich war an dem Tag besser denn je. Ich hätte mich auf dem Motorrad nicht wohler fühlen können: Pro Runde war ich zwei Sekunden schneller als alle anderen und alles schien einfach einfach zu sein. In den Rennen danach habe ich realisiert, dass es nicht so einfach war - oder zumindest hat es sich nie wieder so einfach angefühlt.“

Der Movistar Yamaha MotoGP-Pilot sprach auch über seine eigenen Stärken, Schwächen und die Qualitäten, die ihn als einen Mann ausmachen: „Als ich jung war, hatte ich ein klares Ziel. Ich habe eine starke Persönlichkeit, ich war schon immer so. Ich habe versucht, mich zu entspannen, sodass die Leute nicht von mir denken, ich sei aggressiv, arrogant oder streitsüchtig.“

„Ich denke die Wahrnehmung von mir wurde von verschiedenen Dingen beeinflusst, die ich in der Hitze des Moments manchmal gesagt habe, denn ich war nicht immer diplomatisch. Aber ich fühle, dass ich da zuletzt besser geworden bin. Ich versuche die positiven Qualitäten in denen um mich herum zu sehen, mich darauf zu konzentrieren und es zu kopieren. Das braucht Demut und ohne bescheiden zu sein: Man kann nicht von jetzt auf gleich ändern, was man über viele Jahre getan hat.“

Lorenzo sprach sogar über den Fakt, dass er trotz seines relativ jungen Alters als Veteran angesehen werden könnte. „Das klingt schrecklich, aber ich denke, dass es stimmt. Ich fühle noch immer, dass ich mich als Fahrer noch mal verbessern und weitere große Schritte nach vorn machen kann. Aber in Wahrheit, von dem, was ich in unserem Sport gesehen habe, bist du mit 26 auf deinem Gipfel. Du bleibst normalerweise eine Weile dort, aber dann geht dein Level wieder nach unten.“

„Wenn du jünger bist, bist du mutiger, hungriger und bist bereit, mehr Risiken einzugehen. Das kann dir manchmal einen Vorteil verschaffen, aber es kann auch bedeuten, dass du falsche Entscheidungen triffst und mehr stürzt. Ich denke, dass ich genau in der Wage zwischen Jugend und Erfahrung bin, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich für die Erfahrung entscheiden - und alles, was sie mit sich bringt.“

Angesprochen auf seine Rivalen und ob es ihn stärker gemacht hat, auf seine MotoGP-Kontrahenten aufzuschauen, sagte er: „Nur, wenn du sie schlägst!“

„Wenn du beeindruckende Gegner hast und sie dich immer schlagen, erinnert sich niemand an dich. So ist der Sport einfach. Zweiter ist erster Verlierer.“

Videos:

Alle Videos für dieses Event ansehen

Aktuelle News

  • MotoGP™
  • Moto2™
  • Moto3™
Werbung
Paddock Girls MotoGP VIP VILLAGE™