MotoGP™-Analyse: Sturz-Bilanz 2013

Montag, 25 November 2013

Wenn man sich wie in der MotoGP™-Weltmeisterschaft am absoluten Limit bewegt, ist der Grat zwischen sitzenbleiben und stürzen extrem klein. Abgesehen davon, gab es 2013 weniger Stürze als im Jahr 2012. Wir haben die Fakten unter die Lupe genommen ...

Nimmt man alle drei Klassen der Weltmeisterschaft zusammen, gab es in dieser Saison insgesamt zu 863 Stürzen. Dies sind zwar 42 Vorfälle weniger als ein Jahr zuvor, obwohl die Anzahl der Grands Prix gleich geblieben ist, doch allein in der MotoGP™-Klasse gab es 2013 ganze 19 Stürze mehr als 2012 (die Zahl stieg von 186 auf 205).

Moto2™ führt die Stürze-Rangliste erneut an

In der MotoGP™-Klasse zahlte sich die allgemein größere Erfahrung der Fahrer aus - die durchschnittliche Anzahl der Stürze pro Grand Prix, inklusive aller Sitzungen und Rennen, betrug dort 11,4; dies steht im krassem Gegensatz zu den 18,5 der Moto3™ oder 20.2 der Moto2™. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, das der Durchschnittswert pro Rennen in den unteren Klassen auch deswegen höher ausfällt, da ein Rennen weniger bestritten wurde (Moto2™ und Moto3™ haben kein Rennen in Laguna Seca). Dennoch ist dies das vierte Jahr in Folge, dass die meisten Stürze in der mittelschweren Klasse gezählt wurden (die leichte 125er-Klasse war letztes Mal im Jahr 2009 Spitzenreiter).

Achtung vor dem 2. Freien Training...

Mit Ausnahme der Rennen wurden in der Königsklasse im 2. Freien Training die meisten Zwischenfälle verzeichnet. Das ist allgemein die Sitzung, in der die Teams am Freitag* anfangen, mit Renneinstellungen zu experimentieren. Tatsächlich erlitt der zweimalige Königsklasse-Weltmeister Jorge Lorenzo - der nur drei Mal in der gesamten Saison stürzte - seine Schlüsselbein-Verletzungen jeweils bei Stürzen in den zweiten Trainingssitzungen in Assen und auf dem Sachsenring.

*Assen: 2. Freies Training fand am Donnerstagnachmittag statt, das Rennen am Samstag

Zusätzlicher Druck

In Bezug auf alle Klassen ist es keine große Überraschung, dass die meisten Zwischenfälle in den Rennen passierten. Vor den Rennen jedoch, war es nicht immer das 2. Freie Training, in dem sich die meisten Dramen abspielten - dies mag zwar in der MotoGP™ der Fall gewesen sein, aber in der Moto3™ kam es vor allem im 3. Freien Training zu mehr Vorfällen, während in der Moto2™ im Qualifying mehr Fahrer als in jeder anderen Sitzung stürzten. Vielleicht ein Zeichen für die Unerfahrenheit der jungen Fahrer, die unter extremen Druck versuchten, eine schnelle fliegende Runde abzuliefern. Zugegeben, das Moto2™-Feld mag größer sein als das der MotoGP™, aber nicht weniger als 69 Stürze wurden im Jahr 2013 im Moto2™-Qualifying gezählt, während in der MotoGP™ in den Q1- und Q2-Sitzungen zusammengerechnet nur die Hälfte (30) zu Fall kam.

Márquez - der führende WM-Herausforderer ... auch in Bezug auf Stürze ...

Von allen Titelanwärtern war Rookie-Weltmeister Marc Márquez der Fahrer, der mit Abstand die meisten Stürze in der MotoGP™ verbuchte. Der Repsol Honda Team-Fahrer stürzte 15 Mal in der Saison 2013, obwohl er - im Gegensatz zu Lorenzo (drei Stürze) oder Teamkollege Dani Pedrosa (sechs Stürze) - nie einen Knochenbruch davontrug.

In der Moto2™ ging Weltmeister Pol Espargaró im ganzen Jahr acht Mal zu Boden; das ist doppelt so viel wie Rivale Scott Redding (4 Stürze). Der Engländer allerdings hatte das Pech, dass er sich auf Phillip Island das Handgelenk brach. In der Moto3™ stürzte Weltmeister Maverick Viñales fünf Mal in der gesamten Saison. Im Vergleich dazu, verzeichnete Vize-Weltmeister Alex Rins nur zwei Stürze und Langzeit-Tabellenführer Luis Salom sechs. Nebenbei bemerkt, die Hälfte von Saloms Stürzen geschahen allein in den letzten beiden Rennen.

Le Mans-Regen fordert seinen Tribut

Wie vorauszusehen, kam es beim Frankreich-Grand-Prix 2013 in Le Mans bei gemischten Bedingungen zu den meisten Unfällen. Insgesamt wurden über das Wochenende 68 Zwischenfälle registriert; zwei mehr als die 66 von Misano und sieben mehr als die 61 auf dem Sachsenring, wo die Fahrer mit der geringen Anzahl an Linkskurven zu kämpfen hatten und aufgrund der kalten Reifen stürzten.

Die 11 Stürze in Laguna Seca sind kein Referenzwert, da nur die MotoGP™-Klasse auf der kalifornischen Strecke zu Gast war. Das bedeutet, dass das Saisonauftakt-Wochenende in Katar die niedrigste Zahl von Stürzen (34) markierte.

Hüte dich vor dem Barcelona-Stadion!

Die statistisch gesehen gefährlichste Kurve der Saison war Kurve 10 (La Caixa) in Barcelona, der mehr Fahrer zum Opfer fielen als jeder anderen Kurve.

Die 'La Caixa' befindet sich auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Ende der Gegengeraden. Auf dem Weg in den beliebten Stadion-Abschnitt ist dieser Bereich immer mit reichlich Fans gefüllt und ist ein beliebter Ort zum Überholen. Allein im MotoGP™-Rennen stürzten drei Fahrer in der ersten Runde des diesjährigen Rennens in der 'La Caixa'-Kurve, bevor Nicky Hayden ein wenig später folgte.

Das vielleicht unvergesslichste Ereignis war, als Alvaro Bautista in der 1. Runde beim Versuch, eine weitere Berührung mit Valentino Rossi zu vermeiden, zu Boden ging; dies folgte der berühmt-berüchtigten Kollision der Beiden in der ersten Runde von Rossis Heim-GP in Mugello (Italien) nur zwei Wochen zuvor.

Neben der 'La Caixa' runden Kurve 7 in Le Mans (Musée), mit 18 Stürzen, und die Kurven 1 und 3 auf dem Sachsenring, mit jeweils 14 Stürzen, die Top-3 für die meisten Zwischenfälle im Jahr 2013 ab.

 

TAGS 2014

Videos:

Alle Videos für dieses Event ansehen

Fotos:

Mehr News öffnen

Aktuelle News

  • MotoGP™
  • Moto2™
  • Moto3™
Werbung
Paddock Girls MotoGP VIP VILLAGE™