Spencer über Marquez, Rossi, Open und die Zukunft

Dienstag, 1 April 2014

Millionen waren Zeuge beim Kampf zwischen Marc Marquez und Valentino Rossi beim Grand Prix von Katar, als auch bei der Einführung der neuen Open Motorräder im  MotoGP™ Feld. Auch der zweimalige Weltmeister der Königsklasse Freddie Spencer hat es sich zuhause angeschaut, während er für ein paar Talente die Möglichkeiten für deren goldene Zukunft am plant...

Als MotoGP™ Legende stolz in der „Hall of Fame“, „Fast Freddie“ wurde der jüngste Weltmeister der Königsklasse als er 1983 für Honda den Titel holte – ein „für immer jüngster“ Rekord, der bis Ende 2013 bestand hatte, als ihm sein Honda Kollege Marc Marquez ihn abnahm.  Wie auch immer, der Amerikaner ist wohl am besten für sein historisches Double von 1985 bekannt, als er den 250er und auch noch den 500er Titel in der selben Saison holte. Heute arbeitet er an einer brandneuen Rennfahrerschule im Süden von Frankreich.

Als erstes, erzähle uns etwas über die neue Freddie Spencer Riding School in Paul Ricard...

Natürlich. Es wird eine Rennfahrerschule geben, aber eigentlich mehr als das. Es ist mehr ein Erlebnis Motorrad fahren und eine Art Evolution von der Rennfahrerschule die ich in Las Vegas hatte. Es wird ein wenig spezieller werden. Es wird sich dort wo es mir sehr gefällt, was ein Teil meines Lebens ist, besser einfügen und der Ort dazu ist einfach unglaublich: Paul Ricard. Die Anlage ist hervorragend und es sind eine Menge guter Leute involviert.

Wir hatten vor zwei Wochen ein kleines Programm innerhalb eines „Track Days“ veranstaltet, aber wir strukturieren das mehr als richtiges Fahrzentrum. Es wird für kommende Rennfahrer alles beinhalten und wir werden es in kleine Gruppen aufteilen. Die Erfahrung die man dort machen wird, wird einzigartig sein. Jeder kann kommen und die Gruppen werden mit mir persönlich sein. Was mir daran gefällt ist, dass ich in der Lage sein werde die Fahrer selbst zu beobachten, sehen wo sie Probleme haben und dann mit ihnen darüber reden kann. Ich kann da in etwas sehr einzigartiges hineinwachsen.

Deine Schüler in der Rennfahrerschule möchten nach dem fantastischen Kampf beim Katar Grand Prix, bestimmt Marc Marquez und Valentino Rossi nachahmen...

Ja! Ich habe es in Marseille, Frankreich angeschaut, wo ich im Moment stationiert bin. Es war ein großartiger Kampf. Valentino sagte, dass das Qualifying für das Rennen nicht wegweisend war und er letztes Jahr in Katar auch gut zurecht kam. Ich war darüber nicht überrascht, aber es war besonders spannend zu sehen, wie viele andere auch um die Führung kämpfen konnten. Z.B. Stefan Bradl, Alvaro Bautista und Bradley Smith.

Jorge (Lorenzo) fiel leider in der ersten Runde aus, ich denke sonst wäre er stark genug gewesen jeden anderen zu schlagen. Aber natürlich, er stürzte und dann war der Kampf zwischen Marc und Valentino – und das war sehr spannend. Aber wir werden sehen was passiert wenn wir nach Austin kommen. In einigen Dingen ist Katar sehr speziell, aber dieses Jahr war das Rennen definitiv ein atemberaubendes Ereignis.

Könnte man sagen es war eine ominöse Leistung von Marc Marquez ?

Gut, Ich denke Katar war sehr wichtig wenn man es wie folgt betrachtet: Ich denke nicht, dass er an 100% seiner Möglichkeiten fuhr. Er braucht es nicht. Er muss nur exakt das machen was zur jeweiligen Zeit nötig ist  und das war das Wichtigste. Es ist nicht wichtig ob Du das Rennen mit 20 Sekunden oder mit zwei tausendstel Vorsprung gewinnst. Er riskierte im Training und Qualifying nichts. Das was er erreicht hat war im Gegensatz zum letzten Jahr ein wenig anders: Keine Stürze, nicht der Schnellste bis es im Qualifying wirklich nötig war und dann das Rennen gewinnen. Eine sehr kontrollierte Vorgehensweise.

Rossi selbst hat die ersten sechs Rennen 2014 als die wichtigsten, bei der Entscheidung  ob er im nächsten Jahr seine Karriere weiterführt oder nicht, bezeichnet...

Ich weiß, dass ihn der Sieg in Assen letztes Jahr motivierte; es bestätigte ihn und es erneuerte sein Vertrauen dahin, dass er wieder Rennen gewinnen kann. Wenn er sagt, dass die ersten sechs Rennen seine Zukunft entscheiden, dann glaube ich ihm das. Er hat seinen Cheftechniker ausgetauscht und steht nun unter Druck Leistung zu bringen – viel mehr als sonst.

Jorge Lorenzo fiel es wegen fehlendem Grip schwerer. Kannst Du dich an eine Frustration bedingt durch die Reifen in deiner eigenen Karriere erinnern ?

Wenn Du ein paar Jahre zurück gehst, wirst Du sehen, dass sich die Reifen an einem Punkt (2012) änderten und es war Honda, die dann Schwierigkeiten hatten. Jetzt haben Lorenzo und Yamaha im Moment die schwerere Zeit.

Ich erinnere mich, als wir die ersten Radialreifen testeten und ich es nicht hinbekam. Es ist schwer wenn so etwas passiert. Für Jorge kann es sein, dass er das gewisse Etwas nicht fühlt wenn er am Limit ist – und wenn Du dieses nicht fühlen kannst, ist es schwer über das Limit zu gehen. Du musst Druck machen, in der Lage zu sein nicht an das Limit zu gehen, sonder darüber hinaus.

Jorge ist ein sehr gefühlsbetonter Fahrer. Sein Stil ist die Präzision. Ich verstehe das, weil ich auch ein wenig so war und auch ein wenig wie Marc – Ich hatte ein wenig von beiden Stilen. Aber in der Lage zu sein das Limit zu finden und wirklich Druck zu machen ist sehr wichtig, es ist schwer zu akzeptieren, dass du es nicht kannst. Wenn sich die Reifen ändern musst du es versuchen und dein Fahrwerk darauf anpassen. Das bedeutet immer einen Kompromiss einzugehen.

Glaubst Du die Open Motorräder und Ducati sind in der Lage aus den Vorteilen Profit zu schlagen – so zum Beispiel die Möglichkeit, während der Saison die Motoren zu entwickeln, dazu den weicheren Reifen und so weiter ?

Die Open Motorräder haben die Klasse weiter zusammengebracht! Es ist jetzt kontrollierter, es ist für spannendere Rennen gemacht und bringt das Feld näher zusammen – aber wir werden sehen für wie lange. Werke können nicht die Änderungen vornehmen wie die Open es können, das ist möglicherweise gut und könnte die Sache interessanter machen. Es wird besonders interessant wenn es noch mehr Änderungen geben wird, wenn sie anfangen die Vorteile wieder zu streichen (Ducati verliert Open Vorteile je nach Erfolg). Ich verstehe warum Ducati das gemacht hat, weil am Ende des Tages, wollen sie sich verbessern und konkurrenzfähig sein und das ist eine großartige Möglichkeit dies zu erreichen.

Austin, Texas kommt als Nächstes. Letztes Jahr hat Marquez dort gewonnen und dir den Titel des jüngsten Grand Prix Siegers aller Zeiten abgenommen. Dürfen wir beim zweiten Besuch des Circuit of the Americas wieder etwas ähnliches erwarten ?

Marc machte einen sehr komfortablen Eindruck letztes Jahr und die Honda arbeitete auf dieser Strecke sehr gut; hier geht es um Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung. Ich würde sagen der Druck liegt auf Jorge und Yamaha, aber es ist eine lange Saison und das wird nur das zweite Rennen sein; aber man könnte meinen, Jorge wird etwas extra Druck verspüren, denn er muss nach dem Sturz in Katar auf Marc eine Lücke von 25 Punkten schließen.

Was für mich erst recht interessant ist, was mit den anderen Jungs passieren. Wir werden sehen ob Aleix Espargaro weiterhin beeindrucken kann und auch auf Smith müssen wir ein Auge haben, Bradl und Bautista. Es ist unberechenbar! Die neuen Regeln brachten eine Menge Kritik, aber weißt Du was ? Es ist ein Rennen und diese Regeln machen es zu vor allem interessant. Das ist das gute daran....   es bleibt für jeden ein Rätsel!

TAGS 2014

Videos:

Alle Videos für dieses Event ansehen

Fotos:

Mehr News öffnen

Aktuelle News

  • MotoGP™
  • Moto2™
  • Moto3™
Werbung
Paddock Girls MotoGP VIP VILLAGE™