Cortese: 'Der Hunger, wieder vorne zu sein, ist extrem hoch.'

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Dienstag, 3 Dezember 2013

Nach Abschluss der Saison 2013, die für sowohl das Team als auch für den Fahrer das erste Jahr in der Moto2 war, sprach Dynavolt Intact GP-Pilot Sandro Cortese über seine Eindrücke der letzten zwölf Monate und über seine Pläne für die neue Saison 2014.

Eine lange und lehrreiche Saison liegt hinter Sandro Cortese und dem Dynavolt Intact GP-Team, das vor gut einem Jahr neu gegründet wurde, um mit dem Moto3-Weltmeister von 2012 das Abenteuer Moto2 in Angriff zu nehmen.

Nach acht Jahren in der kleinen Klasse machte Sandro Cortese den Sprung in die höhere Kategorie. Bei seinem Einstand sicherte er sich in seinem ersten Rennen in Katar gleich den 13. Startplatz. Drei Rennen später holte er in Le Mans seine ersten WM-Punkte. Sieben Mal konnte der 23-Jährige in den insgesamt 17 Saison-Rennen in die Punkte fahren (in Le Mans, Mugello, Assen, auf dem Sachsenring, Aragón, auf Phillip Island und in Motegi). In Brünn qualifizierte er sich für den fünften Startplatz, bevor er im Rennen kurz vor Ziel stürzte und sich dabei unglücklicherweise den rechten Unterarm brach. Im spanischen Aragón sammelte er mit Platz zehn sein bestes Ergebnis des Jahres. Zwei elfte Plätze in Australien und Japan folgten.

Sandro, wie war dein Eindruck von der höheren Klasse? Worin lag der größte Unterschied zwischen den Bikes in der Moto3 und Moto2?

Es war eine komplette Umstellung. Ich hab mir da am Anfang sehr, sehr schwer getan. Man kommt bis zu einem gewissen Level, aber um richtig schnell zu fahren, muss man viel umstellen. Man braucht extrem viel Kraft. Die musste ich über den Winter aufbauen. Das Moto2-Motorrad ist doppelt so schwer als die Moto3-Maschine. Es hat mehr als die doppelte Leistung und da muss man sich erst einmal daran gewöhnen, wenn man so lange in der kleinen Klasse war. Ich hab dazu ein paar Rennen gebraucht.

Es war natürlich schade, dass ich in Brünn gestürzt war und ich mich verletzt habe. Dabei habe ich die Hand so unglücklich gebrochen, dass mich das teilweise noch bis zu den Tests, vor allem bei schlechtem Wetter stört. Darum werde ich am 19. Dezember ein weiteres Mal operiert, damit die Platte raus kann und ich schmerzfrei bin.

Es war schon eine sehr harte Saison. Nicht nur für mich als Rennfahrer, sondern für alle, also fürs Team, für die Sponsoren. Es ist immer schwierig, zu akzeptieren, dass wir jetzt nicht ganz vorne dabei sind. Ich denke, wir haben alle hart gearbeitet, aber es kommt nicht von heute auf morgen, dass man wieder um Top-5-Plätze, Podiumsplätze oder sogar Siege kämpft.

Ich weiß jetzt, wo ich mich verbessern muss. Im letzten Jahr wusste ich nicht wirklich, was auf mich zukommt. Ich wusste, es wird hart, aber nicht wie sehr. Nach der Saison weiß ich wirklich haargenau, was ich angehen muss, um noch schneller zu sein.

Inwieweit musstest du nach acht Jahren in der leichten Klasse deinen Fahrstil anpassen?

In der Moto3 muss man sehr rund fahren und sehr viel Speed mitnehmen, weil die Leistung nicht so da ist. In der Moto2 muss man sehr hart anbremsen, nicht mit so viel Kurvenspeed wie mit der kleinen Maschine, aber dann wieder stark Herausbeschleunigen. Bis man das richtig verinnerlicht hat, auch das Driften aus den Kurven mit abbauenden Reifen, das dauert seine Zeit.

Eine Frage zum Abschlusstest in Almeria. Ihr habt den 2014er-Rahmen von Kalex mit neuen Schwingen getestet. Was hat sich noch am Bike geändert und wie sind eure Erkenntnisse vom Test?

Mein Eindruck vom ganzen Motorrad ist sehr positiv. Die Entwicklungen von Kalex kommen mir sehr entgegen. Wir haben noch lang nicht alles aus dem Motorrad herausgeholt. Ich konnte mich auf der Strecke, wo ich Anfang der letzten Saison schon gefahren bin, bereits verbessern. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich jetzt eine Saison Erfahrung gesammelt habe. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Test und dem Bike. Ich hatte auch richtig Spaß beim Fahren und fühle mich wohl.

Welche Ziele hast du dir für 2014 gesteckt? Stehen Podiumsplatzierungen auf deinem Plan?

Sagen wir es so - wir sind da, um irgendwann wieder zu gewinnen. Wir werden über den Winter alles in unserer Macht stehende tun, um zunächst einmal wieder in die Reichweite des Podiums zu kommen. Aber wir wissen alle, wie hart das ist. Wir müssen erst einmal das bestätigen, was wir in den letzten paar Rennen angedeutet haben. Wir sind aber auch keine Träumer. Wir müssen einfach sehr hart arbeiten. Konditionell und technisch, denke ich, sind wir sehr gut aufgestellt. Die Jungs machen eine Top-Arbeit. Ich muss mich noch weiterentwickeln. Ich werde auch alles daran setzen, um mir später nicht vorwerfen zu müssen, dass ich über den Winter nicht gut gearbeitet hätte.

Der Hunger, wieder auf dem Podest zu stehen, ist extrem hoch. Es ist für einen Rennfahrer das schlimmste, gerade nach meinem Jahr davor, sich wieder hinten anzustellen. Man gibt trotzdem alles, aber es geht halt nicht, weil einfach die Erfahrung noch gefehlt hat. Jetzt weiß ich es besser und versuche auch, das auszuschöpfen. Sagen wir es so - alles ist möglich.

Neue Fahrer steigen ab 2014 aus der Moto3 auf - alte Rivalen - Viñales, Salom und Folger. Bist du ihnen einen Schritt voraus?

Ich hoffe es (lacht). Ich denke, dass Maverick (Viñales - Moto3-Weltmeister 2013), wie man schon hier beim Test (in Almeria) sehen konnte, sehr schnell sein wird. Jonas (Folger) und Luis (Salom) brauchen, denke ich, auch ihre Zeit. Im Endeffekt müssen wir abwarten, was in Doha passiert, denn Testen und Grand Prix sind immer zwei verschiedene paar Schuhe.

Es steht eine längere Winterpause an. Das bedeutet nicht immer gleichzeitig, dass jetzt Ferien angesagt sind. Machst du trotzdem Urlaub?

Ich denke, dass wir uns alle im Dezember etwas erholen werden. Die Jungs haben Anfang des Monats im Hauptquartier in Memmingen noch einige Arbeiten zu erledigen, um alles vorzubereiten. Aber ich denke, spätestens Mitte Dezember geht jeder in den wohlverdienten Urlaub. Ich fahre jetzt direkt nach diesem Test weg. Später habe ich noch eine OP vor mir, um die Platte zu entfernen. Nicht zu vergessen, das Konditionstraining über den Winter. 

 

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