Marquez über Urlaub, Training und den Sepang-Test

Freitag, 7 Februar 2014

Marc Marquez setzte an allen drei Tagen des MotoGP™-Tests in Sepang die Pace - nicht nur am Donnerstag, als er den bestehenden Test-Rekord von Casey Stoner brach. Der Weltmeister blickt in diesem Interview auf die drei Testtage zurück, die die lange Winterpause des bald 21-Jährigen endlich zu einem Ende brachten.

Der Winter war bei dir alles andere als ruhig. Kannst du nicht ohne Rennsport?
Der Winter war zweigeteilt. Der erste Teil galt einigen Events und der Presse und der zweite Teil hat etwas mehr Spaß gemacht, wie mit DirtTrack-Rennen, Autorennen und Kartfahren. Es ist immer gut, wenn man in Bewegung bleibt.

Es sollte eigentlich eine Pause sein, aber du bist weiter Rennen gefahren...
Es war für alles etwas Zeit. Ich hatte über Weihnachten auch ein wenig Ferien. Im Januar habe ich wieder mit dem Training begonnen und hatte etwas Spaß - denn vorher war das auch kaum möglich.

Im Dezember bist du mit Dani Pedrosa, Toni Bou und Takahisa Fujinami Trail gefahren. Was war das für eine Erfahrung?
Eine sehr gute. Ich hatte das vorher schon mal probiert, vor langer Zeit, aber jetzt habe ich erstmals richtig Trial trainiert. Wir hatten ordentlich Spaß und haben viel gelacht, was sehr wichtig ist. Ich bin auf den Geschmack gekommen und werde mir jetzt selbst ein Trial-Motorrad zulegen, um regelmäßig damit zu trainieren.

Bist du seither noch mal Trial gefahren?
Nur ein Mal, denn ich hatte nicht mehr Zeit. Zum Spaß, mit meinem Bruder. Aber ich werde es von Zeit zu Zeit wieder machen.

Wie geht es deinem Körper nach den intensiven drei Tagen? Deine Hand sieht ziemlich mitgenommen aus.
Mir geht es ziemlich gut. Es ist normal, dass meine Hand nach diesem ersten Test so aussieht, aber eigentlich habe ich mich wirklich gut gefühlt. Jeden Tag fühlte ich mich besser. Am ersten Tag war ich etwas schwach, denn ich musste mich noch von meiner Grippe erholen und ich war etwas müde. Ich war nicht in der besten Verfassung, aber beim Test habe ich mich dann jeden Tag besser gefühlt. Wir sind auch eine Rennsimulation gefahren, die ist sehr gut gelaufen. Ich muss mich nur weiter vorbereiten und verbessern, aber am Ende ist es das beste Training, wenn man auf dem Motorrad sitzt.

Welche Schlüsse konntest du aus der Rennsimulation ziehen?
Wir haben gesehen, dass wir uns in den Kurven und beim Herausfahren verbessern können und wir haben auch den neuen Bridgestone-Reifen probiert, der ziemlich gut war. Sie haben sehr gut funktioniert und ich mag sie. Die sind den vorhergehenden sehr ähnlich, aber die neuen haben ordentlich Grip und sind vom Start bis ins Ziel sehr konstant.

Ist die Honda dieses Jahr mit einem Liter Sprit weniger immer noch so konkurrenzfähig?
Ja, denn bis jetzt haben wir mit dem Spritverbrauch noch keine Probleme gehabt. Vielleicht kommt das auf diversen Strecken noch, aber im Moment ist in der Hinsicht alles ok. Dieser Wechsel bedeutet aber auch, dass wir das Bike neu ausbalancieren müssen, denn es ist nicht mehr ganz genau so wie zuvor. Da braucht es ein paar kleine Änderungen.

Wie hat sich der Marc Marquez von heute zu dem vor einem Jahr verändert?
Ich habe mehr Erfahrung und das kann man in vielen Punkten sagen - auf und neben der Strecke. Ich erinnere mich noch an letztes Jahr, da war ich auf jeder einzelnen Runde am Limit, das war dieses Jahr anders. Ich finde den besten Weg nach vorn jetzt schneller, wenn wir Dinge ausprobieren. Das ist auch für Honda wichtig.

Wie gehst du die Saison 2014 an?
Dieses Jahr müssen wir uns erst einmal auf die Saisonvorbereitung konzentrieren. Wenn die Saison beginnt, wollen wir natürlich wieder um den Titel kämpfen und von Anfang an konkurrenzfähig sein.

Hast du beim Test große Dinge umstellen müssen, um herauszufinden, was funktioniert?
Das kommt darauf an. Im Moment haben wir festgestellt, dass unser Basis-Setup gut ist, und das mit den Informationen, die wir vom 2013er Motorrad hatten. Aber, klar, manchmal ist es gut, wenn man große Änderungen macht, um herauszufinden, was besser und was schlechter funktioniert. Mit kleinen Änderungen bleiben immer Zweifel.

Etwas, was du dieses Jahr verbessern willst, sind deine Starts. Hast du da etwas geübt?
Ja, ich habe eine paar Startversuche gemacht und bin da etwas besser geworden. Aber das hier in Ruhe zu tun und dann in einem Rennen, dass ist etwas ganz anderes.

Dieses Jahr hast du einige deiner ehemaligen Moto2™-Konkurrenten wieder dabei. Wie schätzt du die ein?
Ziemlich gut. Je nachdem, wie sich jemand in der Moto2™ macht, kannst du auch die Erwartungen für sie aufstellen. Ich erwarte, dass Pol (Espargaro) schnell sein wird und er hat das zum ersten Mal hier in Malaysia auf einem MotoGP™-Motorrad schon sehr gut gemacht. (Scott) Redding sieht auf der Honda sehr groß aus. In der MotoGP™ geht es nur darum, wie du ins Ziel kommst, nicht, wie du startest. Ich bin mir sicher, dass sie während der Vorbereitung und in der Saison beide Fortschritte machen werden. Pol auf einem MotoGP™-Werksmotorrad wird von Anfang an vorn dabei sein.

Hast du jetzt, wo du den Titel schon gewonnen hast, mehr Druck?
Es ist anders. Zum Beispiel war ich letztes Jahr bei diesem Test viel Nervöser und wir hatten große Zweifel. Jetzt bin ich entspannter, aber es war auch nur der erste Test, im Februar. Wenn die Rennen losgehen, wird es wieder anders werden, denn dann kommt der Druck - auch wenn ich unter solchen Umständen eigentlich ganz gut funktioniere. Wenn ich jetzt Vierter, Fünfter, Sechster werde, dann sagen die Leute, dass das ein Desaster ist, und wenn ich Zweiter werde wird es heißen, dass ich es hätte besser machen können. Letztes Jahr hatte ich den Vorteil, dass jedes Ergebnis gut war.

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