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24 Tage vor
By motogp.com

Viñales & Yamaha erobern sich Qatar zurück

In den letzten Jahren war Qatar "Ducati-Land", nun aber stehen Viñales & Yamah zum ersten Mal seit 2017 wieder auf dem obersten Treppchen...

"Wir sind zurück." Dies waren die mitreißenden Worte von Maverick Viañles (Monster Energy Yamaha MotoGP), unmittelbar nachdem er seine wohl brillanteste Leistung in der Königsklasse bis dato erbracht hatte, um den Sieg beim Barwa Grand Prix von Qatar 2021 zu erringen. Und er liegt nicht falsch....

Auf dem Losail International Circuit hat in den letzten beiden Jahren nur ein Hersteller gewonnen: Ducati. Auf dem Weg zum Eröffnungsrennen des Jahres 2021 war der italienische Konstrukteur dank den fähigen Händen von Francesco Bagnaia, dessen Teamkollege im Ducati Lenovo-Team, Jack Miller, und Johann Zarco (Pramac Racing) der Favorit, um diesen Sieges-Trend fortzusetzen. Was nur sehr wenige Menschen erwarteten, war ein Viñales-Sieg. Nicht weil er dazu nicht in der Lage wäre, sondern vielmehr weil Ducatis unfassbare Geschwindigkeit auf der Geraden als unantastbar erschien, insbesondere nachdem die Yamahas 2020 unter dem Top-Speed Mangel litten. Zu glauben, dass sich über den Winter nicht viel getan hat, hat sich am heutigen Sonntag als falsch erwiesen.

Als die Lichter ausgingen, schossen die Ducati-Raketen nebeneinander in Kurve 1 hinein. Viñales und Teamkollege Fabio Quartararo waren zunächst hilflos, und das obwohl sie es waren, die in der ersten Reihe standen. Bagnaia, Miller, Zarco und sogar Jorge Martin (Pramac Racing), der vom 14. Startplatz kam, katapultierten sich in Windeseile auf P1, P2, P3 und P4 in der erste Kurve. Es war schlicht unfassbar. Aber was als nächstes geschah, bewies, dass Yamaha und Viñales im Winter nicht geschlafen haben.

Nach dem ersten Sektor fand sich Viñales auf P9 wieder. Es schien, als sei das Rennen für Yamaha vorbei, bevor es überhaupt richtig angefangen hatte, schließlich waren die Top-Speed-Werte in den letzten paar Saisons eine große Schwachstelle des japanischen Herstellers. Viñales aber fackelte nicht lange und kämpfte sich Position um Position nach vorn an die Spitze, wo er schließlich das Rennen auf gebieterische Weise gewann.

Die Taktik um Siege zu kämpfen bestand bei Yamaha in den letzten Jahren darin, von Anfang an an der Spitze zu kämpfen, nicht aber in aussichtslos scheinenden Aufholjagden. Malaysia 2019 ist das beste Beispiel. Es ist seit Jahren das Markenzeichen der Iwata-Fabrik und es hat ja durchaus auch die meiste Zeit funktioniert. Aber gerade nach der letzten Saison musste sich etwas ändern. Und anscheinend hat es sich das.

Sowohl Viñales als auch Yamaha sehen völlig verändert aus in ihrem Auftreten, was sich auch in der Pressekonferenz nach dem Rennen zeigte, als der Spanier voller Stolz darüber sprach, wie glücklich er mit dem Leben zu Hause war. Er ist jetzt ein Ehemann und werdender Vater. Ein scheinbar stressfreier Viñales ist offensichtlich ein sehr, sehr schneller Viñales.

Es war vielleicht nur das erste Rennen der Saison, aber wir haben viel aus dem Auftakt in Qatar gelernt. Wenn Viñales sagt "Wir sind zurück!", sieht es so aus, als ob er es wirklich so meint. Der Spanier hat in der vergangenen Saison ein Rennen gewonnen, aber es war sowohl für ihn als auch für Yamaha im Allgemeinen ein weitgehend enttäuschendes Jahr. Ja, sie haben sieben von 14 Rennen gewonnen, aber die Titelherausforderungen von Viñales und Quartararo auf den neuesten Maschinen ging damals in Rauch auf. Eine solche Leistung zu zeigen, die so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was wir in den letzten Jahren von Viñales und Yamaha gesehen haben, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kombination auf absehbare Zeit an der Spitze der Meisterschaft bleiben wird.

Seit er zu Beginn der Saison 2017 sein erstes Rennen mit Yamaha in Qatar gewonnen hat, kann man mit Recht sagen, dass es für Viñales in Iwata-Blau nicht ganz nach Plan gelaufen ist. Damals errang er drei Siege in den ersten fünf Rennen für Yamaha, aber nur fünf weitere Siege - einschließlich des letzten Triumphs - seit der berühmten Begegnung in Le Mans waren nicht das i-Tüpfelchen. Dies könnte jedoch der Beginn etwas viel Bedeutenderem werden.

Es muss gesagt werden, dass Yamaha in der Wüste von Qatar immer gute Leistungen erbracht hat: Viñales, Valentino Rossi und Jorge Lorenzo haben alle schon in Losail gewonnen. Aber das soll keinesfalls das abwerten, was wir diesen Sonntag unter den Flutlicht zu sehen bekommen haben. Wir möchten noch einmal wiederholen: Es ist nicht der Sieg, der am beeindruckendsten war, sondern die Art und Weise, wie dieser Sieg errungen wurde. 

Natürlich kann sich in der MotoGP™ sehr schnell sehr viel ändern. Es besteht kein Zweifel daran, dass alle Fahrer am kommenden Wochenende auf dem Losail International Circuit stärker sein werden, aber Viñales hat mit seiner YZR-M1 wieder alte Gefühle entfacht. Dieser erste Grand Prix Sieg des Jahres war ein Warnschuss an den Rest des Fahrerfeldes, auch wenn noch 18 Rennen in dieser Saison auf dem Plan stehen.

In den kommenden Monaten kann sich viel ändern. Viñales ist jedoch mit einem Knall wieder in Aktion getreten. Ist er gekommen, um zu bleiben? Wir werden sehen...

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