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16 Tage vor
By motogp.com

JerezGP 2021 – erwartet uns Drama & Action wie 2020?

Jerez de la Frontera – kaum eine Rennstrecke ruft so viele grandiose Erinnerungen hervor wie diese, doch was können wir 2021 erwarten?

Jerez war im Laufe der Jahre ein beständiger Gastgeber der MotoGP™- Weltmeisterschaft, aber die Action, welche sich 2020 unter der andalusischen Sonne abspielte, war eine der besten, die wir jemals gesehen haben. Auch wenn der damalige Weltmeister Marc Marquez (Repsol Honda Team) von da an seinen bisher längsten Verletzungskampf antreten musste, so sorgte Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) und der damals aufstrebende Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) für reichlich Drama auf der einen und Freudentränen auf der anderen Seite...

Laut den führenden Protagonisten ist in der MotoGP™ nichts selbstverständlich und das machten die fünf MotoGP™-Stars in der Pressekonferenz am Donnerstag, wo sie den Red Bull Grand Prix von Spanien offiziell eingeläuteten, einmal mehr deutlich. Keiner sieht sich wirklich in der Favoritenrolle, wobei das doch eher geflunkert scheint. Neben den ganz großen Namen des Sports gesellte sich auch der unglaublich starke Moto3™-Rookie Pedro Acosta (Red Bull KTM Ajo) hinzu.

Quartararo kehrt an den Ort zurück, wo er 2020 zwei aufeinander folgende Siege errang. Noch allzu gegenwärtig sind die emotionalen Szenen des Vorjahres und obwohl der Franzose in dieser Saison als WM-Führender anreist, versucht sich 'El Diablo' aus der Favoritenrolle zu nehmen, um sich nicht von seinen Erfolgen des Vorjahres beeinflussen zu lassen: "Ich bin ziemlich aufgeregt. Zuallererst, weil ich diese Strecke liebe, aber auch, weil ich mich auf dem Motorrad und im Team großartig fühle. Ich versuche nicht daran zu denken, dass ich hier letztes Jahr beide Rennen gewonnen habe. Miguel hat letztes Jahr in Portimao auch gewonnen und hatte dieses Jahr einige Probleme... Deshalb möchte ich mich nur darauf konzentrieren, auf die gleiche Weise weiterzuarbeiten, um für den Sonntag bereit zu sein. Es bedeutet nichts, dass wir letztes Jahr beide Rennen gewonnen haben."

Innerhalb von zwölf Monaten hat sich für den 22-Jährigen viel geändert. Er behauptet jedoch, dass seine mentale Einstellung den größten Unterschied machte nach seiner turbulenten Saison 2020: "Ich habe das Gefühl, dass 2020 mir sehr geholfen hat, weil wirklich viele Dinge passiert sind. 2019 war alles perfekt und ich habe die Saison mit sieben Podestplätzen und sechs Pole-Positions sehr genossen. 2020 war es ein totales auf und ab. Wir haben gut angefangen, aber dann hatten wir einige Motorprobleme, einige Schwierigkeiten mit der Elektronik und ich habe ein bisschen den "Verstand" verloren. Wir haben uns zurückgekämpft, aber das Ende der Saison war insgesamt eher eine Katastrophe. Dennoch habe ich das Gefühl, viel gelernt zu haben."

"Für mich ist es am wichtigsten, ruhig zu bleiben, denn wenn ich auf dem Motorrad ein bisschen wütend werde, ist mein Feedback an das Team oft nicht präzise und klar genug. Auf dem Bike ruhiger zu bleiben funktioniert für mich tatsächlich viel besser und die Ergebnisse bei den ersten Rennen beweisen dies auch. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, aber ich fühle mich großartig und ich habe das Gefühl, dass wir in die richtige Richtung gehen, daher bin ich glücklich."

Der Highsider in Kurve 3 während des Grand Prix von Spanien im letzten Jahr hätte die Karriere von Marc Marquez beinahe beendet. Es folgten neun Monate der Unsicherheit und Reha, aber jetzt ist er zurück. Er ist zurück, um das Unrecht von 2020 auszumerzen. Im typischen 'Marquez-Stil' spielte er die Erwartungen am heutigen Donnerstag jedoch mal wieder herunter...

"Portimao war ein besonderes Wochenende, aber hier ist alles etwas ruhiger", begann der achtfache Weltmeister. "Das ist wichtig, es fühlt sich wie ein normales Wochenende an. Es ist nicht so, dass meine körperliche Verfassung völlig anders ist, sie ist noch ziemlich identisch, aber ich hoffe, dass ich vom ersten Training an besser fahren kann und mein Ziel ist es, hoffentlich über die Distanz stabiler zu sein. Ich habe an Jerez natürlich gute und schlechte Erinnerungen, aber die besseren Erinnerungen überwiegen die schlechten. Es gibt kein klares Ziel, ich versuche einfach mein Motorrad so schnell es geht zu fahren, mehr Kilometer zu sammeln und hoffe, eine optimalere Sitzposition zu finden. Wir wissen jetzt, wo unser Limit ist und damit meine ich nicht das Motorrad oder die Reifen, sondern es geht mehr um mich. Wir wissen, wo das Limit ist und wir wissen, wo wir uns verbessern müssen, aber wir brauchen mehr Zeit, Tage und Kilometer auf dem Motorrad."

Weltmeister Mir war einer von vielen, die unter der Hitze des andalusischen Sommers im vergangenen Jahr zu kämpfen hatten, aber er glaubt, dass ihm das Defizit von fast zwanzig Grad diesmal in die Karten spielen wird: "Letztes Jahr war es hier ein schwieriger Saisonstart. Die Hitze hat es damals für alle ziemlich hart gemacht und es sieht so aus, als ob es dieses Jahr deutlich kälter sein wird. Dies ist etwas, was gut zu uns passt. Jeder kennt diese Strecke sehr gut, was es immer sehr schwierig macht, einen Unterschied zu machen, aber auch ich werde versuchen, unser Bestes mit dem Paket zu geben, das wir haben. Unser Ziel ist es, auf dem Podium zu stehen, oder generell um das Podium zu kämpfen und dann werden wir sehen. Letztes Jahr lief es hier nicht wirklich gut, aber auch Portimão war nicht allzu gut und dennoch konnte ich ein gutes Ergebnis erzielen, also werde ich einfach versuchen, auch hier mein Bestes zu geben." 

Es sind nicht nur Mir und Marquez, die versuchen, die Dämonen von 2020 abzuschütteln. Francesco Bagnaia (Lenovo Ducati Team) ist mehr als bereit, die Schrecken des letzten Jahres hinter sich zu lassen. Wenige Runden vor dem Zieleinlauf wurde der Italiener nach einem Motorenproblem seines ersten Podiums in der Königsklasse beraubt, und er gibt zu, dass er das an diesem Wochenende als zusätzliche Motivation nutzen wird. Er ist Zweiter in der Meisterschaft, nachdem er bisher zwei Podestplätze belegen konnte. Dies hat ihm viele neue Fans eingebracht, darunter auch den ehemaligen MotoGP™-Star Ben Spies. Der Amerikaner hat, ganz zur Freude von Bagnaia, viel Lob für den Italiner in den sozialen Medien geäußert.

"Ich habe den Tweet von Ben gesehen", begann der Ducati-Werkspilot. "Es ist immer schön zu sehen, wenn ehemalige Fahrer etwas über einen sagen, ich weiß das wirklich zu schätzen. Bereits im letzten Jahr habe ich versucht, die Ducati auf eine andere Art und Weise zu fahren, und ich verstehe jetzt besser, wie das funktionieren kann. Letztes Jahr, im zweiten Teil der Saison, hatte ich große Probleme und es war schwierig für mich, das zu akzeptieren und zu verstehen. Bei den Tests vor der Saison hatte ich dann wieder das gleiche Gefühl, aber die ganze Arbeit, die wir diesen Winter mit dem Training geleistet haben und im Fitnessstudio mit den anderen aus der Akademie, all das hat mir zusätzliche Motivation und Selbstvertrauen gegeben."

"Im ersten Rennen in Qatar habe ich versucht, den Reifen zu kontrollieren, aber ich habe aus diesem Rennen gelernt, dass ich den Reifen anders verwenden muss. Im zweiten Rennen war ich schneller als im ersten, habe aber Fehler gemacht und die Gelegenheit verpasst. In Portimão war ich sehr zuversichtlich mit dem Motorrad und fühlte mich großartig. Wir wissen, dass unser Potenzial beim Beschleunigen und Bremsen fantastisch ist, daher habe ich versucht, mich mehr auf diesen Bereich zu konzentrieren."

Genau wie Quartararo musste Franco Morbidelli von Petronas Yamaha SRT nicht nur während seiner Karriere, sondern auch im Jahr 2020 einige schwierige Momente bewältigen. In Portimao dann endlich ein Hoffnungsschimmer. Der Italiener ist bereit, dieses Ergebnis als Sprungbrett für den Rest der Saison zu nutzen. Anschließend erklärte er, ob er glaubt, dass sein mentaler, philosophischerer Ansatz der Schlüssel zur Überwindung schwieriger Zeiten ist. "Das ist die Geschichte meines Lebens. Ich habe das in der Vergangenheit schon öfter durchgemacht und es wird in der Zukunft wieder passieren, aber ich hoffe stark und bereit genug zu sein, um die schwierigen Momente zu überwinden."

Wir sahen in dieser Pressekonferenz auch den Debütauftritt des 16-jährigen Wunderkindes Pedro Acosta. Der Spanier schrieb in Portugal Grand-Prix-Geschichte, indem er der jüngste Fahrer wurde, der jemals in seinen ersten drei Rennen drei Podestplätze erringen konnte. Damit erhielt er zu Recht einen Platz am Tisch der Gladiatoren der Königsklasse. Nachdem er von Marquez und Mir Ratschläge erhalten hatte und aufgrund seiner Nervosität vor der Pressekonferenz über die Größe seines Schließmuskels scherzte, enthüllte er das Geheimnis seines bisherigen Grand-Prix-Erfolgs.

"Ich fühle mich unglaublich", sagte Acosta. "Nach einer guten Vorsaison wussten wir, dass wir gute Ergebnisse erzielen können, aber um nichts hätte ich geglaubt, bereits in der ersten Jahreshälfte Rennen zu gewinnen oder so... Wir müssen konzentriert weiterarbeiten. Vor ein paar Minuten war ich nervös, aber wenn ich hier bin, dann weil wir gut arbeiten."

Jetzt wird die ganze Aufmerksamkeit auf die Strecken-Action gerichtet, denn der Red Bull Grand Prix von Spanien wird schon am Freitagmorgen zum Leben erweckt. Nachdem 2020 ein weiteres faszinierendes Kapitel in der Geschichte des Veranstaltungsortes geschrieben hat, empfehlen wir, auch dieses Wochenende nicht zu verpassen...

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