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9 Tage vor
By motogp.com

Wachablösung: Eine neue Generation übernimmt das Kommando

Martin, Mir und Quartararo bildeten in der Steiermark eines der jüngsten Treppchen-Trio seit Stoner, Lorenzo und Pedrosa im Jahr 2008

In der MotoGP™ gibt es eine Wachablösung. Die neue Generation von Superstars tritt in den Vordergrund, das zeigten einmal mehr die Fahrer, die beim Michelin® Grand Prix der Steiermark auf dem Podium standen – der amtierende Weltmeister, der WM-Führende von 2021 und eine Rookie-Sensation, allesamt 23 Jahre alt oder jünger.

Der erste MotoGP™-Sieg von Jorge Martin (Pramac Racing) war einfach großartig. Ein erstes Podium in der Königsklasse beim Großen Preis von Doha – ein Rennen, bei dem er auch von der Pole-Position startete – war bereits ein sicheres Zeichen dafür, dass der Moto3™-Weltmeister von 2018 hat, was er braucht, um auch in der MotoGP™ um Siege zu kämpfen. Sein Comeback nach seinem schrecklichen Portugal-GP-Crash, bei dem Martin acht Knochenbrüche erlitt, machte seine Leistung beim SteiermarkGP umso bemerkenswerter.

„In nur drei Rennen habe ich die höchsten und tiefsten Punkte erlebt, die ein MotoGP-Fahrer haben kann.“ Das waren die Worte von Martin in der kurzen Dokumentation von motogp.com über seine Genesung. Und er hat recht. Podiumsjubel in Doha, vier Rennen verpasst, und das alles innerhalb weniger Wochen... Das ist die brutale Realität, der sich Spitzensportler leider manchmal stellen müssen. Der Spanier gab sogar zu, dass er kurz überlegt hatte, nach Portimao aufzuhören. Aber das tat er natürlich nicht.

Beim GP von Katalonien zurückgekehrt, ging Martin ruhig, aber effektiv seinen Ambitionen nach und sammelte Punkte in Barcelona und Deutschland, bevor er in Assen aufgeben musste. Zurück aus der Sommerpause holte Martin in der Steiermark am Samstagnachmittag seine zweite Pole-Position. Dies hätte jedoch niemanden so wirklich überraschen sollen, denn der Fahrer mit der Nummer 89 ist der zweitschnellste Fahrer – neben Marc Marquez und Casey Stoner – der die Pole-Position in der Königsklasse holte, wobei Jorge Lorenzo der einzige Fahrer war, der die Pole direkt bei seinem MotoGP™-Debüt errang.

Damit reiht sich Martin bei den ganz großen Namen des Sports ein, und als sei das nicht schon genug für einen Rookie, legte er einen Tag später mit seinem ersten Sieg in der Königsklasse nach. Die Steiermark-Begegnung am Sonntag versprach schon zuvor ein Thriller zu werden, aber nicht viele hätten erwartet, dass Martin so bequem den Sieg erringen würde. Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) setzte Pramacs Rookie die ganze Zeit über unter Druck, aber Martin fühlte sich nicht einmal nervös. Der 23-Jährige ließ es so aussehen, als würde er schon sechs Jahre auf der Ducati sitzen und nicht erst sechs Rennen. Martin schließt sich damit nun Sportlegenden wie Valentino Rossi, Dani Pedrosa, Casey Stoner, Jorge Lorenzo und Marc Marquez an, die es allesamt schafften, in ihrer Debütsaison einen MotoGP™ Sieg zu erringen...

Der amtierende Weltmeister Joan Mir genießt den Aufwind, nachdem Suzuki in der Steiermark auch endlich ein Holeshot-Gerät zum Einsatz brachte. Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Spanier und sein Team mit dem Upgrade an ihrer GSX-RR überglücklich sind und der P2 in der Steiermark vermutlich den eigentlichen Startpunkt seiner Titelverteidigung signalisiert.

Hinter Mir folgte am vergangenen Sonntag Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP). Obwohl der Red Bull Ring keine Yamaha-Strecke ist, war der Franzose das ganze Wochenende über schnell – zumindest  im Trockenen – und so verbuchte er trotz allem ein weiteres Podium. Damit stehen mittlerweile sieben insgesamt in dieser Saison zu Buche und sein Vorsprung in der WM vor Johann Zarco (Pramac Racing) beträgt immerhin schon solide 40 Punkte.

Aber dieses Podium hatte noch mehr Bedeutung. Martin (23), Mir (23) und Quartararo (21) bilden eines der jüngsten Podeste in der Geschichte der Königsklasse. Es ist das jüngste, das wir seit dem GP von Qatar 2008 gesehen haben. Die Top 3 an diesem Tag vor 13 Jahren? Stoner (22), Rookie Lorenzo (20) und Pedrosa (22). Damit bleiben die drei mittlerweile in den Ruhestand gegangenen Legenden immer noch die Jüngsten, die wir je auf einem MotoGP™ Podium gesehen haben. Drei der vier sogenannten Aliens, die zusammen mit Rossi fünf Jahre lang die Weltmeisterschaft beherrschten. Stoner, Pedrosa, Lorenzo und Rossi gewannen zwischen 2008 und Ende 2012 alle außer zwei Rennen. Und in zwei dieser Jahre, 2011 und 2012, gewann Rossi keinen Grand Prix. Dominanz vom Feinsten.

Rossi, Lorenzo, Stoner und Pedrosa und schließlich Marc Marquez, haben die WM-Titel der MotoGP™ in den letzten zwei Jahrzehnten in Beschlag genommen. Rossi ist der letzte der ursprünglichen vier, der kürzlich seinen Rücktritt aus dem Sport als aktiver Fahrer bekannt gab. Nach Stoner übernahm 2013 der jetzt achtfache Weltmeister Marc Marquez die Repsol Honda und erschuf seither eine neue Elite am MotoGP™. Dank seiner unfassbaren Geschwindigkeit und einem Talent, welches seinesgleichen sucht, hat er die Messlatte um Welten nach oben gesetzt und gehört er zweifellos zu einem der größten Stars, die der Sport je hervorgebracht hat.

Mirs brillanter Titelgewinn im Jahr 2020 bestätigte, dass die nächste Generation am Start ist und sie bleiben wird. Die Anzahl der neuen Gewinner, die wir in der letzten und laufenden Saison gesehen haben, ist schier unglaublich. Zusammen mit Mir, Martin und Quartararo holten sich Miguel Oliveira (Red Bull KTM Factory Racing), sein Teamkollege Brad Binder, Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) und Danilo Petrucci (Tech3 KTM Factory Racing) bis 2019 ihre ersten Siege in der Königsklasse, wobei Jack Miller (Ducati Lenovo Team) auch seinen ersten Rennsieg bei trockenem Wetter einfahren konnte. Abgesehen von dem sehr erfahrenen Petrucci sind alle diese Fahrer 26 oder jünger.

In den letzten paar Saisons hat in der MotoGP™ eine Wachablösung stattgefunden. Jetzt fühlt es sich wirklich so an, als wäre eine neue Ära. Das steirische GP-Podium war ein Zeichen dafür, dass in den nächsten zehn Jahren in der MotoGP™ noch mehr geballte jugendliche Power auf uns zukommt und wir können es kaum erwarten...

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