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3 Tage vor
By motogp.com

Tech Insight: Faktoren zur optimalen Leistungsentfaltung

Dank der MotoGP™ Tech-Facebook-Gruppe werfen wir einen Blick auf einige der Schlüsselfaktoren zur Leistungsentfaltung im kniffligen Aragon

Das MotorLand Aragon, auf dem an diesem Wochenende der Gran Premio TISSOT de Aragon ausgetragen wird, ist eine der schwierigsten Strecken im Rennkalender. Das Layout ist vielfältig, mit schnellen Kurven, die sich mit flüssigen Schikanen und sehr langsamen 90º-Kurven abwechseln - eine Herausforderung für Teams und Fahrer gleichermaßen.

Mit Hilfe der Facebook Tech Group der MotoGP™ haben wir einige Schlüsselpunkte zusammengestellt, die die Leistung in Aragon steigern...

1. Kurvenbeschleunigung bei niedriger Geschwindigkeit

Aragon ist ein Ort, an dem die Beschleunigung aus Low-Speed-Kurven an einigen Stellen erforderlich ist, vor allem auf der fast 1 km langen Gegengeraden. Zweifelsohne werden an diesem Wochenende die "Ride-height"-Geräte wieder zum Einsatz kommen. So gut wie alle Fahrer haben sie in Silverstone ungenutzt gelassen, da die Geraden in schnelle Kurven münden und sie daher nicht stark genug bremsen würden, um das System zu deaktivieren und das hintere Federbein wieder auf seine volle Länge ausfahren zu lassen.

Aber in Aragon werden sie wieder dabei sein. Dieses Bild zeigt Jack Miller (Ducati Lenovo Team), der es im letzten Jahr auf seiner Pramac Racing Demsosedici auf der Gegengeraden einsetzte, einer Stelle, die für Ducati schon so oft ein glückliches Jagdrevier war, da sie ihre überlegene Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit nutzen konnten, um an anderen Motorrädern vorbeizuziehen. Es wird interessant sein zu sehen, wie sehr die Yamahas und Suzukis dank ihrer Fahrwerkshöhenverstellung den Abstand verkürzen können...

2. Die Frontpartie

Es wird entscheidend sein, sich in Aragon mit der Frontpartie auseinanderzusetzen. Vielleicht ist das der Grund, warum Lokalmatador Marc Marquez (Repsol Honda Team) hier in den vergangenen Jahren so dominant war. Der achtfache Weltmeister ist oft in der Lage, die Front bis auf einen Millimeter an das Limit heranzutreiben und trotzdem die Dinge auf seiner RC213V unter Kontrolle zu halten.

Außerdem hat das MotorLand Aragon eine Menge schwieriger Bremszonen. Kurve 1 ist hart und flach. Kurve 8 - die 'umgekehrte Korkenzieherkurve' - verläuft bergab und leicht schräg. Die Kurve 12 ist ebenfalls leicht abschüssig, und die Kurve 14 ebenso. Es wird faszinierend sein, zu sehen, welche Set-Ups die Fahrer an der Front verwenden, denn wir vermuten, dass dies für ihre Performance an diesem Wochenenden entscheidend sein könnte. Ein gutes Gefühl für die Front ist ein entscheidender Faktor, um bei Motorradrennen konkurrenzfähig zu sein, umso mehr in Aragon.

3. Grip

Letztes Jahr brachte Öhlins einen neuen Stoßdämpfer auf den Markt (die Abbildung zeigt nicht die exakte Spezifikation). Die Hondas von Alex Marquez (LCR Honda Castrol) und Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) haben den neuen Stoßdämpfer letztes Jahr in Aragon verwendet und fanden ihn im Vergleich zur vorherigen Variante gut - Nakagami sicherte sich die Pole-Position, während der kleine Marquez im Rennen Platz 2 belegte. Man geht davon aus, dass der neue Dämpfer eine bessere Unterstützung am Heck, einen besseren Grip und sogar einen etwas besseren Kantengrip bietet.

In Aragon verbringen die Fahrer ähnlich viel Zeit auf den jeweiligen Kanten ihres Reifens, aber sie richten das Motorrad auch auf und fahren auf dem mittleren Teil des Reifens. Eines der Dinge, die bei der diesjährigen Yamaha in den Händen von Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) so beeindruckend sind, ist der unglaubliche Grip, den der Franzose zu haben scheint. Aus der Kurve heraus ist er in der Lage, sich von den anderen Maschinen abzusetzen, obwohl sie über mehr Pferdestärken verfügen, was es ihm ermöglicht, bis zum Ende der Geraden zu entkommen und eine Lücke aufzumachen. 

4. Der Kompromiss zwischen Stabilität und Agilität

Wie wir bereits festgestellt haben, ist die Strecke in Aragon abstimmungstechnisch ein durchaus schwieriges Terrain. Die Kombination aus schnellen und langsamen, engen und offenen Kurven ist ein Albtraum für die Crewchiefs, denn das bedeutet immer, dass man bei der Abstimmung Kompromisse eingehen muss. Das Ziel ist es, das beste Gefühl für die gesamte Strecke zu bekommen, nicht das beste Gefühl in einem Sektor, das dann in einem anderen schrecklich ist...

Wie immer wird der Kompromiss zwischen Stabilität und Agilität der Schlüssel sein, aber es wird spannend sein zu sehen, ob jemand ein etwas anderes Set-up ausprobiert und sich traut, es für sich zu nutzen.

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