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4 Tage vor
By motogp.com

Misano: Bagnaia führt die Kavallerie auf heimischen Boden an

Nach Peccos erstem Sieg begibt sich das Fahrerlager auf vertrautes Terrain, aber auch auf eine der erfolgreichsten Strecken von Yamaha...

Während sich der Staub nach einem wirklich spektakulären Duell im MotorLand langsam legt, bereitet sich das Fahrerlager bereits auf den atemberaubenden Misano World Circuit Marco Simoncelli vor. Für den Sieger des Showdowns in Aragon, Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team), könnte es kaum einen besseren Ort geben, um seinen ersten MotoGP™-Sieg zu feiern. Heimspiel und ein Ort, an dem er schon einmal unglaublich schnell war...

Es war jedoch nicht nur die Pace, die Bagnaia im MotorLand hatte. Was seinen ersten Sieg so verblüffend machte, war der schiere Druck, den Marc Marquez (Repsol Honda Team) Runde für Runde ausübte und stand hielt. Der Italiener wehrte Marquez' Versuche, die Führung zu übernehmen, ab, als ob sie nicht von einem der höchstdekorierten Fahrer der Geschichte kämen - oder einem der erfolgreichsten in Aragon überhaupt. Dies war keine leichte Aufgabe, und Marquez selbst wies auf etwas in Bagnaias Leistung hin, was auch in Misano entscheidend sein könnte: Kurvengeschwindigkeit.

Bagnaia hofft auf Sieg Nr. 2 vor Heimpublikum in Misano

Bagnaia ist auf dieser Strecke schnell, extrem schnell, wie er 2020  bewiesen hat, indem er beim ersten Rennen sein erstes MotoGP™-Podium holte und im zweiten bis zu seinem Sturz in Führung lag. Aber er fuhr auch die schnellste Rennrunde, während er den Rest hinter sich ließ, und verpasste die Pole Position nur, weil er die Streckenbegrenzung überfuhr. Diese Leistung ist jedem noch in blühender Erinnerung und jetzt, nachdem er seinen ersten Sieg errungen hat, können wir nur spekulieren, was er in wenigen Tagen für ein Feuer zünden wird.

Seine Ducati-Kollegen wie sein Teamgefährte Jack Miller (Ducati Lenovo Team), der in Aragon wegen eines Problems weit zurückfiel und vom fünften Platz aus keinen Boden gutmachen konnte, werden im Heimrennen für das aus Borgo Panigale stammende Werk ebenfalls viel mehr erwarten. Jorge Martin (Pramac Racing) und sein Teamkollege Johann Zarco hatten in Aragon ein schwächeres Wochenende - der Rookie konnte seine Pace nach einem guten Start nicht halten, zudem leidet der Franzose unter Arm-Pump...

Der amtierende Moto2™-Champion Enea Bastianini (Avintia Esponsorama) könnte ebenfalls einer sein, den man im Auge behalten sollte: Beim Aragon-GP fuhr er mit Platz sechs seine bisher beste Platzierung ein, und Misano ist für den Italiener ein vertrautes und erfolgreiches Terrain, wo er auch seinen ersten Sieg in der Moto3™ einfuhr. Ducati-Testfahrer Michele Pirro kehrt ebenfalls mit einer Wildcard zurück, was oft ein Problem für diejenigen ist, die direkt ins Q2 kommen wollen. 

Bagnaia's größter Herausforderer kommt jedoch von Yamaha. Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) kämpfte am Sonntag im MotorLand mit Grip-Problemen und kam als Achter ins Ziel, womit er einige Punkte auf seine beiden Hauptkonkurrenten um den Titel einbüßte, aber Misano ist Yamaha-Territorium. Die Iwata-Marke ist bisher mit acht Siegen am erfolgreichsten, und Quartararo war dort schon als Rookie schnell. In der letzten Saison lief es nicht ganz nach Plan, aber der Franzose hat sich 2021 schon gesteigert. Wird es diesmal zu einem Showdown zwischen den beiden Spitzenreitern in der Meisterschaft kommen?

Wie oft hat sich Bagnaia seinen Aragon-Sieg angesehen?

Valentino Rossi (Petronas Yamaha SRT) fährt zum vorletzten Mal in Misano. Kann ihm der heimische Boden helfen, nach einem harten AragonGP weiter vorn zu landen? Yamaha-Chef Lin Jarvis ließ zuletzt durchklingen, dass Franco Morbidelli zurückkehren und zu Monster Energy Yamaha MotoGP ins Werksteam wechseln soll, während Andrea Dovizioso neben Rossi bei Petronas Yamaha SRT an den Start geht. Beide sind Lokalmatadore, Morbidelli kehrt zwar von einer langen Verletzungspause zurück, war aber in der letzten Saison der Sieger auf dieser Strecke... Wenn sich beide Comebacks bestätigen, wird es ein Vergnügen sein, die beiden zu beobachten.

Für Suzuki lief es in Aragon nicht so recht nach Plan, aber der amtierende Champion Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) schaffte es nach einem soliden Qualifying immerhin auf das Podium und ist der einzige Fahrer, der letztes Jahr in Misano in beiden Rennen auf dem Podium stand. Die Strecke sollte ihm liegen und er ist gut in Form. Kann er also den nächsten Schritt machen, um das oberste Treppchen zu erklimmen? Teamkollege Alex Rins fuhr in Aragon mit P20 sein schlechtestes MotoGP™-Qualifying überhaupt ein und auch Platz 12 im Rennen ist weit von dem entfernt, was sich der Spanier vorstellt. War das Podium in Silverstone ein Ausrutscher oder kann er sein Potenzial in Misano unter Beweis stellen? 

Aprilia zeigte sich auch in Aragon in guter Form und wird dies auch in Misano fortsetzen wollen. Aleix Espargaro (Aprilia Racing Team Gresini) wurde Vierter und war damit der beste Independent-Teamfahrer. Aragon war zwar kein weiterer geschichtsträchtiger Meilenstein wie Silverstone, aber es ist immer noch das zweitbeste Ergebnis ihrer MotoGP™-Ära. Der Schwung geht also weiter, und Misano ist sowohl vertrautes Terrain als auch Heimat für das Noale-Werk. Maverick Viñales, der neu im Team ist, hat noch ein paar Runden auf seiner neuen RS-GP zu absolvieren, bis er auf dem Level von Esparagaro ist. Aber auch er hat im letzten Jahr auf dieser Strecke ein Rennen gewonnen, kann er einen Schritt nach vorne machen? Lorenzo Savadori wird mit einer dritten Aprilia an den Start gehen, da er mit einer Wildcard von Aprilia Racing zurückkehrt.

Viñales – optimistisch, aber realistisch nach Aprilia-Debüt

Bei Honda wird es auch interessant zu sehen sein, wie sich Marc Marquez auf einer Strecke schlägt, die für den Spanier weniger symbolträchtig ist. Das MotorLand war eine Wucht, kann er in Misano wieder um das Podium mitfahren? Und kann Pol Espargaro (Repsol Honda Team) nach P13 wieder einen Schritt nach vorne machen? Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) wird ebenfalls mehr wollen, nachdem er die Top Ten erreicht hat. Alex Marquez (LCR Honda Castrol) wird seinen Sturz im letzten Rennen vergessen machen wollen und auch Stefan Bradl geht als Wildcard für HRC an den Start.

Was ist mit KTM? Das österreichische Werk fuhr letztes Jahr in Misano auf das Podium und Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing) ist auf dem besten Weg, wieder in die Top Ten zu fahren, abgesehen von seinem unglaublichen Sieg auf dem Red Bull Ring. Iker Lecuona (Tech 3 KTM Factory Racing) hat im MotorLand wieder einmal eine tolle Show hingelegt und ist schon früh in die vorderen Ränge gestürmt. Was kann er reißen? Und können sein Teamkollege Danilo Petrucci und Miguel Oliveira (Red Bull KTM Factory Racing) für mehr Punkte sorgen?

Bagnaia hat einen Lauf. Yamaha wartet aber mit einer unglaublichen Bilanz auf. Quartararo, Mir, Miller und viele andere wollen ein Wörtchen mitzureden haben... Misano verspricht ein Spektakel zu werden, also schalte am Sonntag um 14:00 Uhr (GMT +2) für den Gran Premio OCTO di San Marino e della Riviera di Rimini ein.

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