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15 Tage vor
By motogp.com

"Mir ist bewusst, das es nicht selbstverständlich ist!"

Nikolett hat alles durchlebt: von einer ehemaligen Rennfahrerin zu einer der angesehensten MotoGP™-Journalisten und -Fotografen

Es gibt Eigenschaften, die alle #WomenInMotoGP vereinen: die Entschlossenheit, ihrer Leidenschaft nachzugehen, die Fähigkeit, sich in ihren Rollen neu zu erfinden, und der Wunsch, echte beständige Säule in der Welt der MotoGP™ zu werden. Nikolett Kovacs ist eine der wenigen im Fahrerlager tätigen Personen, der wahrscheinlich alle Ebenenn des Rennsports durchlaufen ist: ein professioneller Rennfahrer, Journalist, Fotograf, PR-Beauftragter und Moderator. Alle diese Rollen hat das ungairsche Allround-Talent durchlaufen immer mit der Leidenschaft für den Motorradrennsport im Herzen.

Nikoletts Eltern waren 1978 nationale Rallye-Meister. „Zu Hause gab es schon immer eine große Leidenschaft für Motorsport“, erklärt sie und fügt hinzu, dass ihr erstes Motorrad bereits mit anderthalb Jahren ankam. „Heute ist es normal, aber in den frühen 80ern hatte ich das Privileg, ein elektrisches Motorrad zu haben. Dann, als ich vier Jahre alt war, bekam ich mein erstes Mini-Bike.“

Seitdem sie als sehr kleines Kind das erste Mal im Sattel saß, hat Nikolett das Gas nie mehr losgelassen. Im Gegenteil, sie hat es immer mehr geöffnet, als sie sich der Berufswelt näherte. "Meine Mutter hat angefangen, Wettbewerbe für Kinder zu organisieren, es gab Mädchen, aber wir waren sehr wenige, also waren wir auf der Strecke damit beschäftigt, die Jungs herauszufordern." Innerhalb weniger Jahre erreichte Nikolett die ungarische Nationalmeisterschaft in der 125GP, einer Kadettenkategorie, die auch in der Weltmeisterschaft vertreten war. 2005 kletterte Nikolett zum ersten Mal in einer gemischten Kategorie auf das Podium und 2007 hatte sie die Möglichkeit, als Wildcard in der Weltmeisterschaft beim türkischen GP anzutreten. Zu dieser Zeit war sie die erste ungarische Frau, die an einem Motorrad-Grand-Prix teilnahm.

Das verfügbare Budget reichte nicht aus, um die Karriere als Fahrerin fortzusetzen, die sie sich gewünscht hätte, aber Nikolett war sich immer einer Sache sicher: "Wann immer ich eine wichtige Entscheidung in meinem Leben treffen musste, habe ich immer darüber nachgedacht, was der beste Weg wäre, um meine große Leidenschaft nicht aufgeben zu müssen. Motorräder sind für mich mehr als nur eine große Leidenschaft, ich bin damit aufgewachsen und kann mir mein Leben ohne nicht vorstellen. ”

Ein Bedauern bleibt jedoch: "Brünn ist für uns Ungarn ein bisschen wie ein Heimrennen, aber leider konnte ich dort nie als Wildcard fahren, sonst wäre es eine ganz andere Geschichte gewesen." 2008 startete Niki in einer gemischten Kategorie in der Startaufstellung des Superstock 600 und bei der Frauen-Europameisterschaft, wo sie die Saison auf dem dritten Platz beendete. Das Abenteuer wurde 2011 fortgesetzt, als sie sich persönlich dazu verpflichtet hatte, eine Frauenmannschaft zu organisieren, die ihr erlaubte als eine Art Wildcard an der letzten Runde der EWC-Langstrecken-Weltmeisterschaft in Qatar teilnehmen. Für dieses besondere Unterfangen trug sie die Farben der Qatar Motorcycle Federation und tat sich mit Nina Prinz und Paola Cazzola in der Kategorie Superstock1000 zusammen: „ Wir sind Sechster geworden “, sagt sie stolz.

Nachdem Nikolett auch die Gelegenheit hatte, als Besucher der Weltmeisterschaft an verschiedenen Rennstrecken teilzunehmen, wusste sie, dass dies ihre Welt sein würde. „Seit 2004 arbeite ich freiberuflich für ungarische Fachzeitschriften und Zeitungen. Ich erinnere mich nicht, dass ich allzu viele Schwierigkeiten hatte, mich bei der Redaktion zu etablieren, weil sie mich bereits als Fahrerin kannten. Es war also nicht schwierig, über diese Welt zu schreiben und zu sprechen."

Als sie ihre Karriere als Journalistin begann, wurde ihr klar, welche Art von Geschichten sie erzählen wollte. "Es war ein Privileg, Teil des Fahrerlagers zu sein, deshalb habe ich darüber nachgedacht, ein Projekt zu starten, um zu zeigen, was die Zuschauer nicht sehen können. So wurde 'MotoGP von A bis Z' geboren, ein Buch, in dem wir zusammen mit einem Kollegen die weniger bekannten Aspekte der MotoGP™ aufzeigten und enthüllten. Als ich an diesem Projekt arbeitete, stellte ich fest, dass ich keine Fotos hatte, um zu zeigen, wer die Mütter, Freundinnen und Kumpels der Fahrer waren, der Lebensstil derer, die den größten Teil des Jahres damit verbringen, von einer Rennstrecke zur nächsten zu reisen. Im Jahr 2010 waren soziale Medien nicht so beliebt wie heute, daher war es nicht einfach, Fotos zu finden. Deshalb sagte ich mich: Ich habe keine Fotos? Nun, dann mache ich sie eben selbst! Ich habe angefangen, Fotografie zu studieren, und als ich zu den Rennstrecken ging, habe ich einige meiner erfahreneren Kollegen beobachtet."

Ihr neuer Job, mit den ungarischen Fans den Lebensstil derjenigen zu teilen, die nicht zum MotoGP™-Paddock gehören, hat es Niki ermöglicht, auch hinter der Linse großartige Fähigkeiten zu entwickeln. "Im Laufe der Zeit haben viele Kollegen angefangen, meine Fotos zu beglückwünschen, und ich denke, dass es in diesem Fall von Vorteil ist, eine Frau zu sein, weil wir eine andere Sensibilität haben, die es uns ermöglicht, Nuancen zu erkennen, die Männer möglicherweise übersehen." Und genau diese Besonderheit sorgte dafür, einen von Bridgestone organisierten Fotowettbewerb zu gewinnen. Ein Bild, dass all die Emotionen erkennen lässt, die die Motorrad Weltmeisterschaft zu bieten hat. Sie reichte ein Bild ein, als Jorge Lorenzo 2010 triumphierte und seinen ersten Titel in der Königsklasse gewann. 

Obwohl Niki einen neuen Platz im Fahrerlager gefunden hat, hat sie den Helm nie an den Nagel gehangen und so wurde der Grand Prix von Qatar 2013 wurde für sie zu einem unvergesslichen Ereignis: "Am selben Wochenende arbeitete ich als Journalistin, als Fotografin und als Fahrerin in einem Wettbewerb, der vom qatarischen Verband im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft organisiert wurde. Als ich den GP beendet hatte, saß ich im Bett und konnte mich kaum bewegen ", sagt sie mit dem zufriedenen Lächeln.

Unterdessen arbeitete Niki für mehr als ein Jahr als Korrespondentin für SpílerTV, den ungarischen MotoGP™-Sender, und lernte, auch mit dem Fernsehen zu arbeiten, ein Job, der sie schon immer fasziniert hat. Auch in diesem Fall war es eine nützliche Erfahrung, einem neuen Projekt Leben einzuhauchen. Das Sprechen einer ungewöhnlichen Sprache im Fahrerlager hat seine Grenzen: "Ich bin Ungarin, nur sehr wenige Kollegen können meine Arbeit lesen und bewerten." Aus diesem Grund hat Niki seit ihrer Kindheit andere Sprachen wie Englisch, Italienisch und Spanisch gelernt. Als sie einige Tage vor dem ersten Grand Prix vonn 2020 in Qatar ankam, war sie eine der wenigen Korrespondenten dort: "Aufgrund der Pandemie waren weniger Journalisten als sonst vor Ort. Deshalb habe ich darüber nachgedacht, Videos auf Englisch zu machen, und sie auf YouTube zu posten." Die durch das Coronavirus erzwungene Pause ermöglichte es ihr, das Bearbeiten von Videos zu erlernen, und in wenigen Monaten überstieg ihr Kanal achttausend Abonnenten. "Die MotoGP™ ist auch so schön, weil man jedes Jahr die Möglichkeit har, etwas Neues zu lernen und sich neu zu erfinden."

Obwohl Niki als Social Media Managerin für die ungarische Niederlassung von Yamaha arbeitete und zahlreiche Kooperationen in der Welt des Motorsports durchgeführt hat, gibt sie zu, dass es noch immer etwas Besonderes für sie ist, Teil dieser Welt zu sein: „Ich bin immer noch sehr aufgeregt, wenn ich an eine Rennstrecke komme. Ich habe immer versucht, mich an die Emotionen zu erinnern, die ich beim ersten Besuch des Fahrerlagers verspürte, und jedes Mal, wenn ich das wiedererlebe, weil ich mich daran erinnern muss und möchte, wird mir bewusst, dass das, was ich tue, überhaupt nicht selbstverständich ist.“

Als freiberuflicher Mitarbeiter der wichtigsten ungarischen Sportzeitung ist es nicht möglich, an allen Rennen teilzunehmen: „Ich nehme an etwa der Hälfte der Termine teil. Wenn ich auf der Rennstrecke bin, mache ich den gesamten Hintergrund: Interviews und Kuriositäten. Wenn ich von zu Hause aus arbeite, bereite ich auch die Rennberichte vor. Ich bin stolz, weil ich für Nemzeti Sport Online arbeite, die Referenzseite für Sport in Ungarn."

Als Journalistin seit mehreren Jahren im Fahrerlager spricht Nikolett über die Zufriedenheit, die sie empfindet, wenn sie die Fahrer wachsen sieht: „Ich habe Marc Marquez 2010 zum ersten Mal interviewt, bevor er den ersten Weltmeistertitel gewann. Er war ein Kind, er lief im Aki Ajo-Team-Shirt umher und ich erinnere mich, dass er rot wurde und Aki ansah, um eine Antwort vorzuschlagen. Wenn ich jetzt sehe, was aus ihm geworden ist..."

Als Bezugsperson für die MotoGP™ in Ungarn erhält Niki häufig Nachrichten von Mädchen und Jungen, in denen sie um Tipps gebeten wird, wie man sich dem Fahrerlager beruflich anschließen kann: „Ich empfehle immer sich vorher Gedanken zu machen, welche Arbeit man gerne machen würde: Journalist, Ingenieur, Hospitality-Mitarbeiter...Man sollte grob wissen, in welchem Sektor man sich versuchen möchte und dann zusehen, wie man auf seine eigene Weise, Jobs in dieser Branche bekommt und sich an diesen probiert und lernt. Das Internet hat viele Barrieren durchbrochen, so dass es heute viel einfacher ist, mit Teams oder Institutionen, die an der Weltmeisterschaft beteiligt sind, in Kontakt zu treten, um sich zu bewerben oder vorzuschlagen. Sprachkenntnisse sind unerlässlich: Englisch ist nützlich, reicht aber allein nicht mehr aus, insbesondere wenn die Muttersprache Ungarisch ist, ein Land, in dem es nicht viele Vertreter auf der Welt gibt."

Während Nikolett darauf wartet, die Rückkehr der MotoGP™ nach Ungarn ab 2023 mitzuerleben, erzählt sie weiterhin ihre MotoGP™-Geschichten über die Zeitungen, mit denen sie zusammenarbeitet, anhand der Fotos, die die Emotionen während der Grand Prix festhalten, und teilt ihre Erkenntnisse und Insider-Info's auf ihrem YouTube Kanal und ist schon jetzt bereit für eine neue berufliche Herausforderung in der Welt der Motorrad-Weltmeisterschaft.

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