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7 Tage vor
By motogp.com

Bagnaia stürmt die Spitze, HRC arbeitet an brandneuem Bike

Der zweitägige Test für 2022 ist zu Ende und Pecco und Ducati bringen den Schwung von 2021 mit in den Test

Dank einer Zeit, die weniger als eine halbe Sekunde vom Rundenrekord auf dem Circuito de Jerez-Angel Nieto entfernt war, beendete Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) den zweitägigen Offiziellen MotoGP™ Jerez Test 2022 an der Spitze der Zeitenliste. Mit einer Zeit von 1:36,872 schlug der Italiener Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) um 0,4 Sekunden, während Weltmeister Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) Dritter wurde. Die aufschlussreicheren Geschichten des Tests liegen jedoch woanders, denn jedes Werk brachte neue Teile für 2022 auf den Markt.

DUCATI:

Am Freitag fuhr Bagnaia auf einem 2022-Prototypen - also mit neuerem Motor, Frontverkleidung, Lufteinlass und vielem mehr - und blieb nur 0,3 Sekunden hinter dem Rundenrekord von Maverick Viñales in Jerez. Eine Absichtserklärung? Es sah auf jeden Fall so aus. Und es war ein sicheres Zeichen dafür, dass das Werk in Bologna mit dem Schwung, mit dem es die Saison beendet hat, in die Wintertests 2022 gegangen ist.

Was den Motor anbelangt, ein wichtiges Gesprächsthema für alle Werke, wird Ducati seine Spezifikationen erst beim Mandalika-Test im Februar festlegen. Neben der Frontverkleidung und dem Lufteinlass ist der nächste große Unterschied an den Werks-Ducatis der neue, viel längere Auspuff. Sowohl Pecco als auch sein Teamkollege Jack Miller (Ducati Lenovo Team) benutzten ihn an Tag 1 und 2. Es wird interessant sein zu sehen, ob er bei den Sepang- und Mandalika-Tests im nächsten Jahr zum Einsatz kommen wird.

Am Ende beider Tage lag Pecco 0,4 Sekunden vor allen anderen, nachdem er am Freitag eine blitzschnelle Zeit auf einem Medium-Reifen von Michelin gefahren war. Der Italiener drehte am zweiten Tag weitere 42 Runden, zusätzlich zu seinen 68 vom Donnerstag, und war sehr zufrieden mit der in Jerez geleisteten Arbeit. Johann Zarcos (Pramac Racing) erste Tageszeit bringt den Franzosen auf Platz 4 der kombinierten Zeitenliste, die zweitschnellste Ducati. Der Franzose fuhr am zweiten Tag 65 Runden, nachdem er am ersten Tag 78 Runden gedreht hatte, was ihn zu einem der fleißigsten Fahrer beim Jerez-Test machte.

Miller und Jorge Martin (Pramac Racing) waren an beiden Tagen mit dem Testen von 2022-Teilen beschäftigt. Der Australier belegte Platz 10 in der Gesamtwertung, während Martin auf Platz 18 landete. Luca Marini (VR46 Racing Team) ist der andere Fahrer in den Reihen der Desmosedicis, der 2022 auf der neuesten Maschine fahren wird. Der Italiener wurde 14. der Zeitenliste, nachdem er am zweiten Tag 56 Runden zurückgelegt hatte. Sein ehemaliger Teamkollege Enea Bastianini (Team Gresini Racing MotoGP) beendete die beiden Tage auf Platz 5 der Gesamtwertung, was zeigt, dass der zweifache Podestfahrer in der Königsklasse gut mit seiner GP21 zurechtkam.

Ducati hat für 2022 zwei Rookies in ihren Reihen, die beide eine GP21 fahren werden. Der schnellste Rookie an beiden Tagen war Fabio Di Giannantonio (Team Gresini Racing MotoGP). Der Italiener hatte einen beeindruckend niedrigen Rückstand von 1,6 Sekunden auf Bagnaia, nachdem er am zweiten Tag 45 Runden absolviert hatte, wobei der Sieger des Moto2™-Rennens von Jerez 2021 insgesamt 93 Runden drehte. Marco Bezzecchi (VR46 Racing Team) beendete das Testverfahren nach zwei Tagen mit einem Rückstand von 2,4 Sekunden auf Bagnaia. Eine tolle Leistung des Italieners, der vor der Fortsetzung der Tests im nächsten Jahr 115 Runden auf dem Konto hat.

HONDA:

Marc Marquez' (Repsol Honda Team) Abwesenheit beim Jerez-Test war sicher keine gute Nachricht für HRC, aber nach seinem schrecklichen Highsider in Turn 13 in Valencia war die Anwesenheit von Pol Espargaro (Repsol Honda Team) hingegen eine sehr gute Nachricht. Am ersten Tag gab Pol Espargaro zu, dass er - wenig überraschend - mit Schmerzen in den Rippen und im Handgelenk fuhr, während Nakagami und Alex Marquez (LCR Honda Castrol) am Donnerstag die gesamte Arbeit am neuen Motorrad erledigten. LCR-Boss Lucio Cecchinello gab zu, dass Nakagami und Marquez zu einem bestimmten Zeitpunkt sechs Motorräder in der LCR-Garage stehen hatten.

Doch am zweiten Tag bekam Pol Espargaro den Prototyp 2022 in die Hände. Simon Crafar, unser Reporter in der Boxengasse, bestätigte, dass der Spanier ordentlich Grip am Hinterrad hat - eine gute Nachricht - und die Nummer 44 probierte auch die verschiedenen Aero-Pakete des neuen Motorrads aus. Nakagami war der Zweitschnellste, während Pol Espargaro seine beste Zeit des Tests auf dem neuen Motorrad fuhr. Auch Alex Marquez war am zweiten Tag schneller, wodurch alle drei Honda-Fahrer mit einer sehr guten Vorstellung davon in den Winter gehen, was das Motorrad 2022 zu bieten hat. Insgesamt war es ein positiver Test für HRC.

YAMAHA:

Das neue Yamaha-Chassis, das am ersten Tag zu sehen war, trug am Freitag einige Modifikationen, und obwohl er dieses und eine neue Verkleidung testete und auch die Motorentests fortsetzte, sagte Quartararo, dass es ihm schwerfiel, einen klaren positiven Schritt zu finden: Die Rundenzeit mit dem Motorrad war der alten Spezifikation zu ähnlich. Für das nächste Jahr sucht er nach mehr Leistung, weniger Wheelies und mehr Grip am Heck. Er wurde am Freitag Zweiter und schließlich Dritter der Gesamtwertung.

Quartararos Teamkollege Franco Morbidelli hatte ebenfalls eine neue Frontverkleidung, mit den gleichen 'Flügeln', aber einer anderen, sanfter abgerundeten Verkleidung. Die Seitenverkleidung war ebenfalls anders, wahrscheinlich um die Kühlung zu verbessern - ein ähnliches Ziel wie bei Suzuki.

Andrea Dovizioso (WithU RNF Yamaha MotoGP) ist jetzt auf der 2022er Yamaha unterwegs, aber nicht ganz so wie die Monster Energy Yamaha MotoGP-Mannschaft. Der Italiener äußerte sich am Nachmittag positiv über das Fahrverhalten, obwohl er sagte, dass es noch nicht instinktiv sei. Er berichtete, dass das neue Motorrad besser bremst, was es den Fahrern ermöglicht, härter zu bremsen, und dass es etwas mehr Power hat, aber die gleiche DNA.

Teamkollege Darryn Binder zog, abgesehen von einem Sturz in der ersten Runde, der den Fortschritt etwas bremste, ebenfalls ein positives Fazit seines Tests. Der südafrikanische Rookie begann mit der Arbeit an verschiedenen Reifen, der Elektronik und der Traktionskontrolle, um sich in der neuen Umgebung weiter einzuleben.

SUZUKI:

Die Gerüchte in der Boxengasse, Suzuki hätte sich bereits für den Motor für 2022 entschieden, konnte bis dato nicht bestätigt werden, zumal Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) in seiner Nachbesprechung eher zurückhaltend war. Der Champion von 2020 sagte, dass man sich bei diesem neuen Motor sehr auf die Elektronik konzentriere und die Arbeit am Chassis fortgesetzt werde.

Wie versprochen gab es an Tag 2 auch einige Aero-Updates zu sehen, wobei Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) mit anderen Seitenverkleidungen aufwartete, obwohl Mir sagte, dass er diese auch schon an Tag 1 ausprobiert hatte. Auch eine neue Schwinge wurde auf Herz und Nieren geprüft.

Rins beendete den Tag nach 59 Runden als Dritter und Sechster der Gesamtwertung. Mir war am Freitag nach 73 Runden Sechster und Neunter in der Gesamtwertung. Testfahrer Sylvain Guintoli fügte dem Hamamatsu-Datenrepertoire am Freitag weitere 56 Runden hinzu.

APRILIA:

Maverick Viñales (Aprilia Racing) war wieder einmal die schnellste Aprilia und belegte am zweiten Tag den fünften Platz und insgesamt P8. Er probierte einen neuen Tankdeckel aus und arbeitete an seiner Körperhaltung, um sich wohler zu fühlen. Nach 82 Runden und nachdem er ein anderes Chassis als beim Valencia GP ausprobiert hatte, sagte er, dass sie eine klare Richtung hätten. Viñales sagte auch, dass der neue Auspuff, der bei Aprilia gesichtet wurde, ein ähnliches Gefühl vermittle, was er ebenfalls als positiv bewertete.

Viñales' Teamkollege Aleix Espargaro drehte am Freitag ebenfalls 55 Runden, und die Aerodynamik war bei Aprilia insgesamt weiterhin im Fokus. Testfahrer Lorenzo Savadori hatte einen weiteren Wings-Satz im neuen Look, der wieder anders war, womit das Noale-Werk mit drei Aero-Paketen aufwartete. Das Gesamtpaket für 2022 wird Berichten zufolge erst beim Test in Mandalika endgültig festgelegt werden.

KTM:

Sowohl Brad Binder als auch Miguel Oliveira von Red Bull KTM Factory Racing waren wieder mit einem neuen Aero-Paket unterwegs, das sich jedoch leicht von dem des ersten Tages unterschied. Die beiden verbrachten viel Zeit damit, und auch MotoGP™-Legende und KTM-Testfahrer Dani Pedrosa war wieder fleißig und nutzte ebenfalls das besagte Aero-Paket.

Das österreichische Werk hielt sich in der Öffentlichkeit am meisten zurück. Sowohl von Binder als auch von Oliveira wurde "Positives und Negatives" berichtet, und man erwarte die nächsten Tests in Sepang. Binder wurde am Freitag 11. und 13. in der Gesamtwertung, während Oliveira am Freitag 14. und 16. in der Gesamtwertung wurde.

Bei den Rookies von Tech3 KTM Factory Racing behielt Raul Fernandez die Oberhand über den frischgebackenen Moto2™-Weltmeister Remy Gardner... zwar mit nur 0,037 Sekunden Vorsprung, aber immerhin. Diggia konnte sich am Ende des Tests den Titel des schnellsten Rookies sichern, wobei Fernandez 0,163 Sekunden hinter dem Italiener lag. Die Nummer 25 beendete den Test sowohl am Freitag als auch in der Gesamtwertung auf Platz 20, Gardner P22.

Das war's also. Die MotoGP™-Piloten werden erst 2022 wieder auf die Rennstrecke zurückkehren und sich jetzt der dringend benötigten Winterpause widmen. Ducati wird wohl als der glücklichste Hersteller in die Pause gehen, aber es ist noch sehr früh, um zu unken. Das Jahr 2022 wird größer und besser als je zuvor. Wir können es kaum erwarten, zu sehen, was jedes Werk beim Sepang-Test im Februar 2022 aus der Box rollen lässt...

Top 10 kombiniert:
1. Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) - 1:36,872
2. Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) + 0,441
3. Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) + 0,452
4. Johann Zarco (Pramac Racing) + 0,484
5. Enea Bastianini (Team Gresini Racing MotoGP) + 0,530
6. Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) + 0,551
7. Pol Espargaro (Repsol Honda Team) + 0,624
8. Maverick Viñales (Aprilia Racing) + 0,750
9. Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) + 0,762
10. Jack Miller (Ducati Lenovo Team) + 0,845

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