Es ist eine unerwünschte Durststrecke, die Ducati, die bisherige dominierende Kraft in der MotoGP, so schnell wie möglich beenden möchte, denn nach einer dreiwöchigen Rennpause rückt ein weiteres Rennen, dieses Mal auf dem legendären Circuito de Jerez-Angel Nieto, am Horizont der Saison 2026 in Sicht.
Das Werksteam – das Ducati Lenovo Team mit Marc Marquez und Francesco Bagnaia – hat seit dem Grand Prix von Japan 2025 keinen Podiumsplatz mehr am Sonntag gefeiert. Acht Rennen sind die längste Wartezeit auf einen Podiumsplatz seit Aragon 2012 bis Katar 2014. Allgemein betrachtet ist Ducati dank der Brillanz von Marco Bezzecchi und Aprilia Racing seit fünf Grand Prix sieglos, und die amtierenden Weltmeister haben seit Aragon 2020 bis zum Grand Prix von Portugal 2021 nicht sechs Grand Prix ohne einen Sonntags-Sieg absolviert – die Serie von acht Rennen zwischen Danilo Petruccis Sieg beim Grand Prix von Frankreich 2020 und Jack Millers (Prima Pramac Yamaha MotoGP) Sieg beim sonnenverwöhnten GP von Spanien 2021.
Wie kann das schon fünf Jahre her sein? Wie man so schön sagt: Die Zeit vergeht wie im Flug, wenn man Spaß hat. Und Mann, haben die Raketen aus Bologna seit dem ersten Sieg des Australiers mit der italienischen Marke jede Menge Spaß gehabt. 2021 gab es zwar keinen Titelgewinn – diese Ehre gebührte Fabio Quartararo und Monster Energy Yamaha MotoGP –, doch seitdem scheint Ducati unschlagbar zu sein.
Francesco Bagnaia (zweimal), Jorge Martin (mittlerweile ein Rivale) und Marc Marquez (der aktuelle König in Rot) haben zwischen 2022 und 2025 alle ihre Trophäen in den Tower of Champions hinzugefügt, während sie eine Ducati Desmosedici fuhren, doch wie es derzeit aussieht, ist es eine andere italienische Marke, die auf der Siegerstraße ist: Aprilia.
Nun kehren wir auf europäischen Boden zurück, und Ducatis Star-Team wird darauf brennen, wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen und die sieglose Serie zu beenden – niemand mehr als der aktuelle MotoGP-Weltmeister Marc Marquez und der Jerez-Sieger der letzten Saison, Alex Marquez (BK8 Gresini Racing MotoGP).
Alex Marquez war 2025 der Publikumsliebling, und nach einem verhaltenen Start ins Jahr 2026 würde sich der Vizemeister von 2025 nichts mehr wünschen, als seinen atemberaubenden Debütsieg in der MotoGP zu wiederholen. Wenn man vom letzten Jahr ausgeht, dürfte die #73 auch dieses Mal wieder ganz vorne mitmischen.
Marc Marquez will seinen Sturz beim GP von Spanien 2025 und das daraus resultierende Ergebnis außerhalb der Top Ten wiedergutmachen. Da er drei zusätzliche Wochen Zeit hatte, um seine Schulter weiter zu stärken und den Sturz im ersten freien Training (FP1) in COTA abklingen zu lassen, ist die Leistung der #93 in Jerez eine der größten Fragen vor der vierten Runde. Wenn man bedenkt, wie sein Wochenende in Austin begann und wie sich dann das Qualifying und der Tissot Sprint entwickelten, gab es am Sonntag eigentlich kaum Probleme mit dem Renntempo des Weltmeisters. Marc Marquez hat dieses Jahr auch schon einen Tissot Sprint gewonnen – in Brasilien –, also gibt es zwar noch keine Sonntags-Trophäen, aber er und das Team haben eine Samstags-Medaille.
Allerdings… manche würden vielleicht sagen, dass es ein Italiener ist, der nach der aktuellen Form die besten Chancen hat, Ducati am Sonntag wieder auf die oberste Stufe zu bringen. Der zweimalige Pole-Setter Fabio Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) führt das Ducati-Feld in der Gesamtwertung an, und wenn Diggia in Jerez vorne mitfahren kann, so wie er es in Brasilien und in den USA getan hat, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass Ducati in dieser Saison eine beständige Waffe in seinem Arsenal für Rennsiege und Podiumsplätze hat.
Kann Pecco, der Sieger des Spanischen GP 2022, 2023 und 2024, unterdessen auf einer Strecke, auf der er in den letzten Saisons so viele Erfolge gefeiert hat, zu seiner alten Form zurückfinden? Und wie haben drei weitere Trainingswochen Fermin Aldeguer (BK8 Gresini Racing MotoGP) geholfen, nach seinem Oberschenkelbruch die dringend benötigte Fitness wiederzuerlangen? Er ist ein weiterer Spanier in Ducatis starkem Aufgebot, der über aktuelle Rennerfolge verfügt.
Die MotoGP kommt nach Jerez, und es warten jede Menge Fragen darauf, beantwortet zu werden. Und wenn die entscheidende, oft saisonbestimmende Europa-Etappe der Tour 2026 beginnt, werden Millionen Augen auf Ducati gerichtet sein, um zu sehen, ob die Champions eine Antwort auf Aprilias grandiosen Saisonstart haben. Um diesen engen Kampf an der Spitze noch weiter zu verkomplizieren, fährt Jorge Martin auf heimischem Boden – und ist ebenfalls darauf aus, Bezzecchi vom Thron zu stoßen.
Schalte am kommenden Wochenende den Estrella Galicia 0,0 Grand Prix von Spanien ein, wenn die MotoGP ihre lang erwartete Rückkehr auf die Rennstrecke feiert, um zu sehen, welche Siegesserie sich bis nach Le Mans fortsetzen wird – wobei Geschichte geschrieben wird, egal wie der Kampf ausgeht.