Oliveira fliegt zu einem magischen Regensieg in Mandalika

Der portugiesische Fahrer hat in Indonesien keinen Fehler gemacht und auch Yamaha und Ducati haben dank ihrer Podiumsplätze Grund zur Freude

 

Das Warten hat sich doch gelohnt, oder? An einem regennassen Sonntagnachmittag beim Pertamina Grand Prix von Indonesien meisterte Miguel Oliveira (Red Bull KTM Factory Racing) die nassen Bedingungen mit Bravour und holte sich den Sieg in Mandalika. Der amtierende Weltmeister Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP™) wurde Zweiter vor seinem Landsmann Johann Zarco (Pramac Racing), während Marc Marquez (Repsol Honda Team) das Rennen aufgrund einer Gehirnerschütterung, die er sich bei seinem schweren Sturz im Warm-Up zugezogen hatte, aussitzen musste.

Oliveira nach verzögertem Start unantastbar

Nach einer mehr als einstündigen Verzögerung des Rennens aufgrund starker Regenfälle in Lombok gingen um 16:15 Uhr Ortszeit zum ersten Mal seit 25 Jahren in Indonesien die Lichter in der Königsklasse aus. Quartararo erwischte einen hervorragenden Start von der Pole-Position und holte sich den Holeshot. Oliveira legte von P7 aus aber ebenso einen Blitzstart hin und schnappte sich P2, während Jack Miller (Ducati Lenovo Team) von P6 aus schnell auf P3 vorfuhr.

Zu Beginn von Runde 2 gingen sowohl Oliveira als auch Miller an Quartararo vorbei. Miller schnappte sich dann Oliveira und übernahm die Führung, während sich die beiden Spitzenfahrer vom drittplatzierten Quartararo absetzten, der Alex Rins (Team Suzuki Ecstar), seinen Landsmann Zarco und einen schnell startenden Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) als Begleiter hatte.

Rins und Zarco konnten Quartararo überholen, aber sie hatten einen Rückstand von 2,4 Sekunden auf Miller und Oliveira. Letzterer schob sich in Runde 6 in Kurve 12 an der Ducati von Miller vorbei und übernahm die Führung, während Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) nach einem heftigen Rutscher in Kurve 1 irgendwie auf seiner GP22 sitzen blieb. Der Italiener lag auf P12 hinter Pol Espargaro (Repsol Honda Team) und Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing), während der Meisterschaftsführende Enea Bastianini (Gresini Racing MotoGP™) von Startplatz fünf aus auf P20 abrutschte und sichtlich zu kämpfen hatte.

Jorge Martin (Pramac Racing), der gerade Franco Morbidelli (Monster Energy Yamaha MotoGP™) auf Platz 7 hinter sich gelassen hatte, erwischte eine der Pfützen in Kurve 1, und im Gegensatz zu Ducati-Pendant Bagnaia gab es für Martin keine Rettung mehr. Der 'Rookie of the Year 2021' lag am Boden, aber zum Glück unverletzt. Inzwischen hatte Oliveira seinen Vorsprung auf 1,6 Sekunden ausgebaut. Miller war Zweiter, Rins Dritter, Zarco Vierter und Quartararo Fünfter, aber 12 Runden galt es zunächst noch zu überstehen..

Zur Halbzeit des Rennens war Zarco der schnellste Fahrer auf der Strecke. In Kurve 12 konnte er Rins überholen und auf Platz 3 vorfahren, und auch Miller war nicht weit weg von ihm. Oliveira hingegen schon. 3,5 Sekunden betrug der Vorsprung des Portugiesen zu Beginn der zweiten Rennhälfte. Zarco versuchte verzweifelt, Miller zu überholen, während direkt dahinter Quartararo einen guten Rhythmus gefunden zu haben schien. Fünf Runden vor Schluss lag 'El Diablo' nämlich wieder auf P3, während er und sein französischer Landsmann Zarco sich absetzten.

Quartararo war dann der schnellste Fahrer auf der Strecke und lag in Runde 16 von 20 wieder auf dem zweiten Platz. Zarco folgte dem Yamaha-Piloten schließlich, um Miller zu bezwingen, und drei Runden vor Schluss stand ein besonderes Comeback von Quartararo bevor. In Runde 17 verringerte sich der Rückstand um eine Sekunde, Oliveiras Vorsprung war auf 3,4 Sekunden geschrumpft - das Rennen war gelaufen?

Doch Oliveira reagierte. Der Rückstand verringerte sich, aber nur um ein paar Zehntel. Zu Beginn der letzten Runde betrug der Vorsprung immer noch sichere 2,8 Sekunden, so dass Oliveira den Sieg nur noch ins Ziel bringen musste. Quartararo hatte einen Vorsprung von 0,9 Sekunden auf Zarco, der wiederum 2,3 Sekunden vor Miller seine Runden drehte.

Miguel Oliveira, Fabio Quartararo, Johann Zarco, Pertamina Grand Prix of Indonesia

Die letzte Runde konnte Oliveira völlig dominant und ohne Probleme beenden. Eine absolut beeindruckende Leistung auf dem regennassen Pertamina Mandalika Circuit, wo er zum ersten Mal seit dem GP von Katalonien 2021 den Sieg errang. Quartararo holte einen phänomenalen zweiten Platz, der sich für den Franzosen, nach den anfänglichen Schwierigkeiten in dieser Saison, wie ein Sieg anfühlen wird. Zarco kehrte mit Platz 3 zum ersten Mal seit Barcelona 2021 wieder auf das Podium zurück.

Jede Menge Geschichten in den Punkterängen

Miller, der im Nassen immer stark ist, holt sich den verdienten P4, während Rins sich mit P5 zufrieden gibt. P6 ging unterdessen an Mir, der von P18 aus gestartet war – ebenfalls ein guter Job vom 2020er Weltmeister. Morbidelli war trotz seiner Strafversetzung um drei Startplätze auf einem einsamen aber guten siebten Platz ins Ziel gekommen, während wir Zeugen eines gewaltigen Kampfes um P8 wurden...

Am Ende war es Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing), der die Oberhand behielt, aber 1,1 Sekunden hinter dem Südafrikaner lag Pol Espargaro (Repsol Honda Team) auf P12. Dazwischen tummelten sich Aleix Espargaro (Aprilia Racing) als Neunter, der unglaubliche Underdog-Star des Tages: Darryn Binder (WithU Yamaha RNF MotoGP™ Team) auf P10 - der bei weitem der schnellste Rookie war - und WM-Leader Bastianini.

Alex Marquez (LCR Honda Castrol) war ebenfalls in diesen Kampf verwickelt und holte schließlich P13. Luca Marini (Mooney VR46 Racing Team) wurde 14. und Bagnaia rutschte auf einen enttäuschenden P15 ab - das macht gerade mal einen Punkt in zwei Rennen für einen der Titelfavoriten der Vorsaison....

Andrea Dovizioso (WithU Yamaha RNF MotoGP™ Team) war neben Martin der einzige, der nicht ins Ziel kam. Der Italiener hatte ein uns noch unbekanntes Problem mit seiner YZR-M1.

Man kann sagen, dass der GP von Indonesien absolut actionreich war. Oliveira nimmt die Siegertrophäe mit nach Hause, Bastianini bleibt Tabellenführer, und zwischen den ersten Neun und der dritten Runde in Argentinien liegen nur 10 Punkte Unterschied...

Die Top 10:
1. Miguel Oliveira (Red Bull KTM Factory Racing)
2. Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) + 2,205
3. Johann Zarco (Pramac Racing) + 3,158
4. Jack Miller (Ducati Lenovo Team) + 5,663
5. Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) + 7,044
6. Joan Mir (Team Suzuki Ecstar) + 7,832
7. Franco Morbidelli (Monster Energy Yamaha MotoGP™) + 21,115
8. Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing) + 32,586
9. Aleix Espargaro (Aprilia Racing) + 32,586
10. Darryn Binder (WithU Yamaha RNF MotoGP™ Team) + 32,901

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