Phillip Island hat uns 1989 zum ersten Mal gezeigt, worum es hier wirklich geht, und ist seit 1997 Austragungsort des Grand Prix von Australien. In dieser Zeit gab es unzählige Erinnerungen, spannende Duelle und Kopf-an-Kopf-Zieleinläufe zu erleben. Bevor wir uns von "The Island" verabschieden und ab 2027 in Adelaide ein neues Kapitel aufschlagen, könnte uns hier einer der bisher wichtigsten Grand Prix der Saison bevorstehen. Nur zwei Punkte trennen die beiden Rivalen, die sich hier vor zwei Jahren einen harten Kampf geliefert haben, und die Spannung könnte nicht größer sein, da der Titelkampf nun in fünf Grand Prix innerhalb von sechs Wochen entschieden wird. Am Ende wird ein Champion gekrönt.
MARTIN VS. MARQUEZ: Der Kampf um den Titel ist bereits entbrannt
Man hätte schon ein mutiger Experte sein müssen, um vorherzusagen, dass Marc Márquez (Ducati Lenovo Team) Mandalika mit genau demselben Rückstand von zwei Punkten verlassen würde, mit dem er dort angekommen war, doch genau das hat der amtierende Champion geschafft. Ein Aprilia-Quartett auf den Plätzen 1 bis 4 am Sonntag, mit Jorge Martin (Aprilia Racing) auf Platz drei, hielt den "Martinator" an der Spitze. Auch wenn Aprilia letztes Jahr in Australien stark war, wird es für die #89 auf der RS-GP Neuland sein. Wir können nur hoffen, dass sich ihr epischer Kampf vom Grand Prix der Saison 2024 wiederholt – damals ging der Sieg an die #93. Was das Jahr 2026 angeht, hat Martin zwar nur einen Sieg vorzuweisen, stand aber bei den letzten drei Grand Prix auf dem Podium, während Márquez sechs Podiumsplätze am Sonntag verbuchen kann, und zwar allesamt Siege.
BEZZECCHI IST HARTNÄCKIG: Hat er sich das "Bezte" für den Schluss aufgehoben?
Es ist noch nicht lange her, dass Bezzecchis Titelhoffnungen zu schwinden schienen, doch er stand – genau wie Martin – bei den letzten drei Grand Prix auf dem Podium und kehrte in Mandalika endlich auf die Siegerstraße zurück. Mit fünf Podiumsplätzen bei den letzten sechs Grand Prix und als Sprint-Sieger von Phillip Island aus dem Jahr 2025 liegt die #72 zwar 46 Punkte hinter Martin, ist aber nach wie vor fest entschlossen, den Titel zu holen. Er hat 50 Punkte Vorsprung auf Ai Ogura (SuperFile Trackhouse MotoGP Team), was den Titelkampf mit noch fünf ausstehenden Rennen zu einem realistischen Dreikampf macht. Das war der Teil der Saison im letzten Jahr, in dem Bezzecchi noch einen Gang höher schalten konnte und die Form fand, die er bis in den Anfang von 2026 mitnahm. Kann er das ein Jahr später wiederholen?
DIE VERFOLGER: Grand-Prix-Sieger von 2026 und die Sensationen von Phillip Island 2025
Ogura liegt mit nur einem Punkt Vorsprung auf dem vierten Platz vor dem Sieger des Österreich GPs, Pedro Acosta (Red Bull KTM Factory Racing), wobei der Spanier in Japan und Indonesien nicht gerade seine besten Zeiten hatte. Der Kampf um Platz vier ist ein Vierkampf, in dem Fabio Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) seinen Rivalen dicht auf den Fersen ist, während Raul Fernandez’ (SuperFile Trackhouse MotoGP Team) zweiter Platz in Mandalika seinen Vorstoß neu entfacht. Die #25 gewann letztes Jahr in Phillip Island zum ersten Mal in der MotoGP, und es war Diggia, der direkt dahinter den zweiten Platz holte. 2026 könnte also spannend werden. Alex Márquez (BK8 Gresini MotoGP Team), sein Teamkollege Fermin Aldeguer und der zweifache Weltmeister Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) vervollständigen die Top Ten in der Gesamtwertung, doch Aldeguer fällt nach seiner in Lombok erlittenen Handverletzung erneut aus und wird – wie bereits zu Beginn des Jahres – durch Iker Lecuona ersetzt.
DER REST DES FELDES: Der enge Kampf knapp hinter den Top Ten, Miller bereitet sich auf seinen letzten Heim-GP vor
Enea Bastianini (Red Bull KTM Tech3) liegt im Kampf um die Top Ten in der Gesamtwertung nur zwei Punkte hinter Aldeguer, und sein Landsmann Luca Marini (Honda HRC Castrol) folgt mit weiteren 14 Punkten Rückstand und hofft, dass er seine Serie von Punktgewinnen bei jedem GP im Jahr 2026 in Down Under fortsetzen kann. Brad Binder (Red Bull KTM Factory Racing) liegt ebenfalls nur vier Punkte hinter Marini und hat bei den letzten drei Grand Prix in Australien jeweils einen Platz unter den ersten Acht belegt, während Yamaha-Spitzenfahrer Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP) bei den letzten beiden Grand Prix und Sprints Punkte geholt hat.
Der bisher beste Rookie des Jahres 2026, Diogo Moreira (Pro Honda LCR), liegt punktgleich mit Quartararo und nur 15 Punkte vor Franco Morbidelli (Pertamina Enduro VR46 Racing Team), der wiederum nur acht Punkte vor dem Sieger des Australien GP 2023, Johann Zarco (Castrol Honda LCR), liegt. Alle Augen in Australien werden jedoch auf Jack Miller (Prima Pramac Yamaha MotoGP) gerichtet sein. Er will sich mit einer letzten starken Leistung bei seinem Heim-Grand Prix aus der MotoGP verabschieden. Teamkollege Toprak Razgatlioglu kehrt auf eine Strecke zurück, die er aus der WorldSBK kennt – sein Ziel sind die ersten Punkte seit Misano. Alex Rins (Monster Energy Yamaha MotoGP) ist einer von fünf Grand-Prix-Siegern aus Australien, die in der Startaufstellung stehen; ein weiterer ist Maverick Viñales (Red Bull KTM Tech3), der nach einer langen Pause ebenfalls auf mehr aus ist. Die Teilnahme von Joan Mir (Honda HRC Castrol) muss noch von Honda bestätigt werden, da er mit einer Erkrankung zu kämpfen hat. Bleibt also auf dem Laufenden, was es dazu Neues gibt.
Zwei Punkte Vorsprung an der Spitze, ein weiterer wichtiger Anwärter mit beeindruckender Form und fünf GP-Rennen in sechs Wochen warten auf euch. 2026 gibt es noch jede Menge zu erleben – macht euch also bereit für eine weitere großartige und letzte Show von der Insel!