Ein Austragungsort, der mehr Geschichte in sich trägt als jeder andere. Die "Kathedrale der Geschwindigkeit". Assen. Wir haben die kurze Reise von Brünn nach Norden zu einem absoluten Highlight für den Tissot Grand Prix der Niederlande hinter uns gebracht, und während wir uns auf den 10. Saisonlauf vorbereiten, hat der spannende Titelkampf in der MotoGP vor diesem kolossalen Rennwochenende noch einmal an Spannung zugelegt.
SIE SIND ZURÜCK: MM93 UND DUCATI WIEDER IM TITELRENNEN
Von den Marc Marquez’ (Ducati Lenovo Team) 101 MotoGP-Siegen sticht sein Sieg beim Tschechien GP 2026 nach wie vor besonders hervor. Es war eine monumentale Leistung, diese 25 Punkte einzufahren – ein Ergebnis, das den Weltmeister direkt zurück ins Rennen um die Meisterschaft bringt. 40 Punkte. Nach dem Italien GP waren es noch 102. Eine gewaltige Wende im Titelrennen, mit der niemand gerechnet hatte. Die Nummer 93 kommt frisch mit der Bestätigung nach Assen, dass er einen neuen Zweijahresvertrag bei Ducati unterschrieben hat, und hat zugegeben, dass er wieder voll im Titelkampf ist, nachdem er in Mugello "ausgeschieden" war. Deshalb fühlt sich Assen – mit dem Sachsenring am Horizont – wie ein riesiges Wochenende für Marco Bezzecchi und Jorge Martin von Aprilia Racing an, um eine Antwort zu liefern.
Nicht nur Marquez geht in der roten Ecke in die Offensive. Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) hat nun vier dritte Plätze am Sonntag in Folge und auch seinen ersten Sprint-Sieg der Saison eingefahren. Pecco liegt in der Gesamtwertung 13 Punkte hinter seinem Teamkollegen Marquez, und der Italiener kommt auf eine Strecke, auf der er 2022, 2023 und 2024 gewonnen hat. Fabio Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) bleibt der führende Ducati-Fahrer in der Gesamtwertung, und der Italiener bedauerte eine schwache erste Runde bei seinem Versuch, in Brünn zumindest einen Podiumsplatz zu erreichen – doch es war ein Wochenende, an dem der VR46-Racing-Star wieder näher an die Spitze herankam.
Alex Marquez (BK8 Gresini Racing MotoGP) kehrt zurück, nachdem er den Tissot Sprint und den Grand Prix in Brünn ausgelassen hat, und hofft, auf diesem anspruchsvollen Kurs weiter an Kraft und Fitness zu gewinnen. Auf der anderen Seite der himmelblauen Kurve war Fermin Aldeguer mit seinem sechsten Platz in Brünn zufrieden, weiß aber, dass er im Qualifying besser abschneiden muss, um sich bessere Chancen auf weitere Podiumsplätze in den kommenden Rennen zu sichern. Und in leuchtendem Gelb will Franco Morbidelli (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) in Assen nach einem 13. Platz in Tschechien in der Wertung nach oben klettern.
REAKTION ERWARTET: APRILIA
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Brünn für die Spitzenreiter der Meisterschaft ein hartes Rennen war. Nach seiner Sperre wegen unsportlichen Verhaltens wird Bezzecchi alles daran setzen, sich voll ins Zeug zu legen und in den Niederlanden wichtige Punkte zu holen, um seinen Titelkampf wieder in Schwung zu bringen. Der Italiener sicherte sich im vergangenen Jahr und auch 2023 einen doppelten Podiumsplatz in "The Cathedral" – wenn es also eine Rennstrecke gibt, auf die er und Aprilia dieses Wochenende gerne fahren würden, dann steht Assen wohl ganz oben auf der Liste.
Martins Sonntag war nach seinen beiden "Long Laps" von vornherein schwierig. Platz 9 war das Ergebnis, was bedeutet, dass nun nur noch acht Punkte die Aprilia-Teamkollegen an der Spitze trennen – doch sie müssen sich nun vor Ducati in Acht nehmen. Die 10. Runde ist für das Team aus Noale entscheidend, um zurückzuschlagen.
Unterdessen lauert Ai Ogura (SuperFile Trackhouse MotoGP Team). Die erste Pole des japanischen Stars wurde durch einen zweiten Platz im Sprint und anschließend einen zweiten Platz am Sonntag untermauert, wo ihn nur ein siebenfacher MotoGP-Weltmeister schlagen konnte. Der erste Sieg scheint zum Greifen nah. Schwenke die Kamera ein paar Meter nach links, und du kommst zu Raul Fernandez auf der anderen Seite der Trackhouse-Box. Ein siebter Platz am Sonntag war eine beachtliche Leistung des in Brünn sichtlich angeschlagenen Spaniers, der das Wochenende gut überstanden und eine ordentliche Punkteausbeute eingefahren hat. Drücken wir die Daumen, dass die Nummer 25 dieses Wochenende fitter an den Start geht.
SIE WOLLEN WIEDER AUFHOLEN: ACOSTA & KTM
Zuverlässigkeitsprobleme plagten Pedro Acosta (Red Bull KTM Factory Racing) das ganze Wochenende über in Brünn, vor allem aber in der letzten Runde des Grand Prix am Sonntag. Ein fünfter Platz war in greifbarer Nähe – zwar nicht das, wofür Acosta an den Start geht, aber dennoch eine ordentliche Punkteausbeute –, bevor ein technisches Problem die RC16 zum Stillstand brachte. In Assen holte Acosta in der letzten Saison einen vierten Platz, daher könnte diesmal ein weiterer Podiumsangriff im Bereich des Möglichen liegen. Er und das österreichische Werksteam hoffen jedenfalls darauf. Wenn ihre jüngsten Probleme behoben werden können, hat Acosta die nötige Geschwindigkeit, um sich in den Kampf mit den Aprilias und Ducatis einzumischen – wie wir schon oft gesehen haben.
Leider war es für KTM kein Wochenende, an dem Brad Binder oder das Red Bull KTM Tech3-Duo aus Enea Bastianini und Maverick Viñales viel zu feiern hatten. Können sie in Assen etwas Tempo finden?
SELBSTVERTRAUEN GEWONNEN: HRC
Joan Mirs Platz 5 und der 8. Platz seines Honda-HRC-Castrol-Teamkollegen Luca Marini signalisierten ein vielversprechendes Wochenende in der tschechischen "Adrenaline Factory". Es ist das erste Mal seit Japan, dass Mir im Sprint und im Grand Prix Punkte geholt hat, und für den Italiener war es der vierte Top-10-Platz in den letzten fünf Sonntagen. Solide. Kombiniert man das mit einem weiteren soliden Wochenende für Diogo Moreira (Pro Honda LCR), nachdem der brasilianische Rookie sein bestes Qualifying-Ergebnis erzielt hat, ergibt sich ein Honda-Team, das mit etwas mehr Schwung nach Assen fahren wird. Und wie bereits vor dem Rennen in Tschechien angekündigt, wird Cal Crutchlow, der 2013 in Assen auf dem Podium stand, weiterhin für den verletzten Johann Zarco im Castrol Honda LCR-Team einspringen.
AUF WACHSTUMSKURS: YAMAHA
Das Positive für Yamaha in Brünn war, dass Toprak Razgatlioglu (Prima Pramac Yamaha MotoGP) mit Platz 14 weitere Punkte holte. Die Kehrseite der YZR-M1-Medaille: Der Sturz von Fabio Quartararo und der Ausfall von Alex Rins machten es für Monster Energy Yamaha MotoGP zu einem weiteren schwierigen Sonntag, während Jack Miller (Prima Pramac Yamaha MotoGP) den Grand Prix auf Platz 16 beendete. Kann Yamaha in Assen einen Schritt nach vorne machen? Es ist eine klassische Strecke, die alle Fahrer gut kennen – wobei Razgatlioglu hier viel mehr Erfahrung hat als in Brünn. Und Miller weiß, wie es sich anfühlt, in der "Kathedrale" zu gewinnen.
Bereit für mehr? Es geht weiter beim Tissot Grand Prix der Niederlande, wo der TT Circuit Assen nie enttäuscht. Sei dieses Wochenende wieder dabei, wenn es um die MotoGP geht, und schau dir den ZEITPLAN FÜR DEN NIEDERLÄNDISCHEN GP an!